Silber bewegt sich in den letzten Tagen seitwärts, nach einer äußerst volatilen Phase. Das Metall wird derzeit bei etwa 84 US-Dollar pro Unze gehandelt, deutlich unter dem Allzeithoch von knapp 121 US-Dollar, das Anfang dieses Jahres kurz erreicht wurde. Dieser Anstieg wurde von einer heftigen Korrektur gefolgt, bei der Silber kurzzeitig in die mittleren 60er gefallen ist, bevor es sich stabilisierte.
Jetzt verbreitet sich eine neue Erzählung in der Edelmetall-Community. Einige Analysten glauben, dass das, was wir sehen, möglicherweise nicht das Ende der Bewegung ist, sondern die Anfangsphase einer viel größeren.
Ein kürzlich veröffentlichter Beitrag von WallStreetBulls auf X behauptet, dass große Banken ihre Short-Positionen in Silber aggressiv decken, was eine der größten Kräfte entfernen könnte, die den Preis historisch begrenzt haben.
Basierend auf dem von WallStreetBulls geteilten Thread haben die sogenannten „Big 8“-Handelsunternehmen ihre Short-Exposures im Silbermarkt drastisch reduziert.
Seit Jahren gilt Silber als eine der am stärksten shorteten Rohstoffe im Verhältnis zur jährlichen Produktion. Große Banken hielten häufig massive Short-Positionen, was viele Analysten für eine der Ursachen hielten, die Kursanstiege durch die Erhöhung des Papierangebots im Futures-Markt zu unterdrücken.
Doch die im Beitrag hervorgehobenen Daten deuten darauf hin, dass sich hier möglicherweise etwas verändert.
Die fünfgrößten bis achtegrößten Händler haben ihre Short-Positionen angeblich auf die kleinsten jemals verzeichneten Niveaus reduziert. Damit bleiben die „Big 4“-Händler, hauptsächlich große US-Banken, die Hauptakteure, die noch bedeutende Short-Exposures halten.
Wenn diese verbleibenden Händler ebenfalls beginnen, Positionen zu schließen, könnte eine Short-Covering-Welle entstehen, bei der Händler Silber kaufen, um ihre Positionen zu verlassen. Dieser Kaufdruck kann die Preise schnell nach oben treiben, insbesondere in Märkten mit knapper physischer Versorgung.
Der Thread spekulierte sogar, dass eine solche Dynamik letztlich den Weg zu 200 US-Dollar Silber ebnen könnte, wobei dieses Szenario wahrscheinlich eine breitere makroökonomische Veränderung und anhaltende Nachfrage erfordern würde.
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Ein Blick auf das aktuelle Silber-Chart hilft zu erklären, warum der Markt derzeit in einer Konsolidierungsphase steckt.
Die Preisstruktur zeigt, dass Silber Anfang dieses Jahres ein bedeutendes Hoch bei etwa 120 US-Dollar erreichte, bevor es im Februar stark abstürzte. Dieser Rückgang brachte den Silberpreis in die Zone um 65–70 US-Dollar, die seitdem als starke Unterstützung fungiert.
Quelle: TradingView
Seitdem erholt sich der Markt allmählich, aber das Chart zeigt klare Widerstandsniveaus darüber.
Der unmittelbarste Widerstand liegt bei etwa 90–95 US-Dollar, wo der Preis bereits mehrfach abgelehnt wurde. Ein klarer Ausbruch über diesen Bereich würde wahrscheinlich den Weg zurück zum psychologischen Niveau von 100 US-Dollar öffnen.
Auf der Unterseite scheint die 80-US-Dollar-Zone das erste wichtige Unterstützungsniveau auf kurze Sicht zu sein. Wenn dieses Niveau durchbrochen wird, werden Händler wahrscheinlich die 72–75 US-Dollar-Range beobachten, die nach dem Crash im Februar zuvor als Reboundzone gedient hat.
Vorerst scheint Silber zwischen etwa 80 und 90 US-Dollar zu konsolidieren, nachdem es zuvor extrem volatil war.
Wenn die bullische Erzählung rund um das Short-Covering an Dynamik gewinnt und der Preis den Widerstand durchbricht, könnte die Aufwärtsdynamik schnell zurückkehren. Aber wenn der Markt erneut die Unterstützung verliert, könnte Silber noch mehr Zeit in einer Seitwärtsbewegung verbringen, bevor es einen weiteren größeren Anstieg versucht.