Südkoreanisches Finanzamt versehentlich Passwort für Seed Phrase geleakt, wodurch 4,8 Millionen US-Dollar an gestohlener Kryptowährung entwendet wurden. Nachdem der erste Dieb sich gestellt und das Diebesgut zurückgegeben hatte, wurden die Vermögenswerte nicht sofort transferiert, woraufhin sie erneut von einer anderen Person gestohlen wurden. Die Polizei ermittelt derzeit intensiv.
In den letzten Tagen hat das südkoreanische Finanzamt in einer Pressemitteilung versehentlich die Seed Phrase offengelegt, was zu einem Diebstahl der beschlagnahmten Kryptowährung führte und in der Krypto-Community für Aufsehen sorgte. Es gibt inzwischen eine Entwicklung: Der Dieb hat das gestohlene Krypto freiwillig zurückgegeben, wurde aber von einer anderen Person erneut bestohlen…
Laut der „Chosun Ilbo“ gab das Finanzamt am 26. Februar bekannt, dass bei der Beschlagnahme eines verschuldeten Steuerpflichtigen eine Seed Phrase versehentlich in einem Pressefoto offengelegt wurde. Kurz darauf wurde Kryptowährung im Wert von etwa 4,8 Millionen US-Dollar aus dem Wallet gestohlen.
Bildquelle: Chosun Ilbo, Pressemitteilung des südkoreanischen FinanzamtsDas südkoreanische Finanzamt gab am 26. Februar bekannt, dass bei der Beschlagnahme eines verschuldeten Steuerpflichtigen eine Seed Phrase versehentlich in einem Pressefoto offengelegt wurde.
Die Seed Phrase ist das Passwort zur Wiederherstellung verlorener Kryptowährungen. Besitz der Seed Phrase bedeutet, die Zugriffsrechte zu kontrollieren, sodass man von überall aus auf die Kryptowährungen zugreifen kann.
Das Finanzamt erklärt, dass nur eine Kryptowährung betroffen ist, die ausschließlich auf einer einzelnen Börse gehandelt wird und ein sehr geringes Handelsvolumen aufweist. Ein groß angelegter Handel würde den Marktpreis zum Zusammenbruch bringen, sodass der tatsächliche Schaden minimal ist. Sobald die Token auf eine Börse eingezahlt werden, werden die entsprechenden Konten sofort eingefroren und durch Blacklist-Mechanismen der Krypto-Unternehmen am Handel gehindert.
Am selben Tag, an dem das Finanzamt die Pressemitteilung veröffentlichte, nutzte eine unbekannte Person die offengelegte Seed Phrase, um die Kryptowährung zu stehlen. Das Finanzamt setzte anschließend eigene Krypto-Tracking-Tools ein, um die Leckagequelle zu verfolgen, und forderte die Polizei zur Untersuchung auf.
Nach Bekanntwerden des Vorfalls stellte sich ein Mann freiwillig bei der Polizei und gab an, er habe aus Neugier das gestohlene Krypto genommen, nachdem er die Leak-Information gesehen hatte, und habe es bereits zurückgegeben und bereue sein Handeln.
Doch kaum war das zurückgegebene Krypto wieder in den Händen, verschwand es nach nur zweieinhalb Stunden erneut spurlos.
Ein anderer Hacker stahl das wieder zurückgegebene Krypto erneut. Die südkoreanische Polizei erklärte, dass das erneut gestohlene Krypto bisher nicht wiedergefunden wurde. „Chosun Ilbo“ berichtet, dass die Cyber-Ermittlungsgruppe der Polizei Seoul bis zum 4. März weiterhin die Bewegungen des Hackers und der Kryptowährung verfolgt.
Angesichts der wiederholten Diebstähle bei den Kryptowährungen des südkoreanischen Finanzamts äußerte Professor Yeom Heung-yeol von der Suncheon University, dass es, da die Seed Phrase bereits offengelegt wurde, das Finanzamt eigentlich Maßnahmen hätte ergreifen müssen, wie z.B. die Übertragung der Token auf eine andere Wallet, um sich zu schützen. Stattdessen habe man nichts unternommen.
Das Finanzamt gab in einer Erklärung zu, dass dies ein unvermeidbarer Fehler sei, für den man die Verantwortung trage, und versprach, die Sicherheitsmaßnahmen insgesamt zu verstärken.
Dies ist nicht das erste Mal, dass eine koreanische Behörde so einen Fehler macht. Die südkoreanische „JoongAng Ilbo“ berichtet, dass die Seoul Gangnam Police im Jahr 2021 bei einem Hackerangriff 22 Bitcoin (etwa 1,5 Millionen US-Dollar) sowie die Seed Phrases an Dritte zur Aufbewahrung übergeben hatte, die anschließend gestohlen wurden. Die koreanischen Behörden wurden daraufhin überprüft, und die Täter wurden kürzlich festgenommen.
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Wie bewahrt man Seed Phrases am sichersten auf? Experten enthüllen vier Sicherheitsstufen: Wer „dieses Ding“ tut, ist leichter Opfer eines Hacks