
Der Kurs des Stablecoin-USDC-Emittenten Circle (CRCL) stieg am 9. März erneut um etwa 10 %, wodurch sich die Gesamterhöhung im vergangenen Monat auf 87,18 % belief. Die Analyse der Mizuho Bank zeigt, dass dieser Anstieg eine macroökonomische Kettenreaktion widerspiegelt, die durch geopolitische Konflikte im Nahen Osten ausgelöst wurde – steigende Ölpreise erhöhen die Inflationserwartungen, schränken den Spielraum der Federal Reserve für Zinssenkungen ein, was wiederum den Reserveerträgen der Stablecoins zugutekommt. Allerdings warnen andere Analysten, dass die CRCL-Aktie möglicherweise überbewertet ist.
Die Analyse der Mizuho Bank liefert eine klare makroökonomische Übertragungskette: Seit dem Ausbruch des Konflikts im Persischen Golf am 28. Februar sind die Preise für West Texas Intermediate (WTI)-Rohöl um etwa 35 % gestiegen. Die steigenden Energiepreise heben die Inflationserwartungen an, was die Erwartungen an Zinssenkungen der Fed verringert.
Unter ansonsten unveränderten Bedingungen profitieren stabilecoin-Emittenten direkt von einem höheren Zinsumfeld: Circle hält große Mengen an USD-Reserven, die in einem Hochzinsumfeld höhere Zinsen abwerfen können, was die Gewinnmargen direkt erhöht.
Der Quartalsbericht von Circle für das vierte Quartal zeigt ebenfalls ein stetiges Wachstum des USDC-Angebots, was eine gewisse fundamentale Unterstützung bietet. Analysten sind jedoch der Ansicht, dass dies nicht ausreicht, um die erheblichen Kursschwankungen zu erklären.
Markus Thielen weist in einer Analyse für CoinDesk darauf hin, dass der Hauptmechanismus hinter dem Kursanstieg von CRCL das forcierte Short-Covering der vor der Gewinnmitteilung stark überfüllten Short-Positionen ist:
Thielen erklärt direkt: „Die Anpassung der Händlerpositionen ist der eigentliche Katalysator für diese Rallye; die Auswirkungen der Schlagzeilen-Daten sind vergleichsweise gering.“ Wenn Trigger-Ereignisse wie besser als erwartete Quartalsergebnisse oder makroökonomische positive Nachrichten eintreten, werden Händler, die gezwungen sind, ihre Short-Positionen zu decken, zur treibenden Kaufkraft.

(Quelle: Bailey Pemberton)
Der Analyst Bailey Pemberton bewertet den Aktienkurs von CRCL anhand zweier unabhängiger Bewertungsmethoden:
Beide Methoden deuten darauf hin, dass der aktuelle Aktienkurs von CRCL im Vergleich zu den Fundamentaldaten deutlich überhöht ist. Es ist zu beachten, dass die Bewertung von Wachstumsunternehmen subjektiv ist; sollte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran anhalten und die Zinsentwicklung weiter anheizen, könnte die tatsächliche Profitabilität von Circle die aktuellen Modellprognosen übersteigen.
Was ist der Hauptgrund für den Anstieg des CRCL-Aktienkurses um 87 % innerhalb eines Monats?
Der Anstieg wird durch zwei Mechanismen getrieben: Makrofaktoren, bei denen der Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise und Inflationserwartungen steigen lässt, was die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen der Fed verringert und den Reserveerträgen der Stablecoins zugutekommt; sowie durch Handelsfaktoren, bei denen die vor der Quartalsmitteilung stark überfüllten Short-Positionen gezwungen sind, ihre Positionen zu decken, was einen Short Squeeze auslöst. Markus Thielen von 10x Research hält Letzteres für den Haupttreiber.
Wie entsteht der Short Squeeze bei CRCL?
CRCLs Short-Quote liegt bei 13 % des Umlaufs. Vor der Quartalsveröffentlichung hatten Hedgefonds große Put-Positionen aufgebaut. Wenn Trigger-Ereignisse eintreten, werden Short-Positionen gezwungen, gedeckt zu werden, was zu anhaltenden Kaufwellen führt. FactSet-Daten zeigen, dass die vollständige Deckung etwa zwei Tage dauert, was auf eine hohe Konzentration der Short-Positionen und typische Bedingungen für einen Short Squeeze hinweist.
Wie bewerten Analysten die Angemessenheit des aktuellen Aktienkurses von CRCL?
Bailey Pemberton schätzt den inneren Wert anhand des DCF-Modells auf etwa 42,25 USD pro Aktie, was 164,7 % unter dem aktuellen Kurs von 111,84 USD liegt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 9,67 liegt ebenfalls deutlich über dem geschätzten vernünftigen Niveau von 3,97 und dem Branchendurchschnitt von 3,56. Beide Methoden deuten auf eine erhebliche Überbewertung hin.