
Laut Analyse der Investmentbank TD Cowen könnte der Kongress sich zunehmend auf eine dauerhafte Verbotsregelung für die Ausgabe digitaler Zentralbankwährungen (CBDC) durch die Federal Reserve zubewegen. Senator Ted Cruz reichte letzte Woche eine Änderungsanordnung zum „21st Century Housing Act“ ein, die, falls sie verabschiedet wird, das derzeit bis 2030 geltende temporäre Verbot von CBDC in eine dauerhafte Gesetzesregelung umwandeln würde.
Diese Änderungsanordnung ist Teil mehrerer paralleler Gesetzgebungsmaßnahmen. Das Repräsentantenhaus verabschiedete im vergangenen Jahr den „Anti-CBDC-Überwachungsgesetz“, das die direkte Ausgabe digitaler Währungen durch die Federal Reserve an Privatpersonen verbietet; Cruz hatte zuvor eine ähnliche Gesetzesvorlage im Senat eingebracht. Mit der Housing-Änderungsanordnung wird der Schritt unternommen, das bestehende temporäre Verbot zu institutionalisierten Dauerregelungen zu machen.
Eine Gruppe von Abgeordneten hat gemeinsam an die Führungsriege des Kongresses geschrieben, um ein dauerhaftes Verbot von CBDC zu fordern. Einer der Unterzeichner, Abgeordneter Ralph Norman, erklärte, im Gegensatz zu Bargeld könnten CBDC es der Regierung ermöglichen, Transaktionen nachzuverfolgen und das Verbraucherverhalten zu überwachen. Er bezeichnete dies als „im Wesentlichen eine Machtüberdehnung“ und betonte, „ein dauerhaftes Verbot ist der einzige Weg, um die Privatsphäre und Freiheit der Amerikaner zu schützen“.
Sebberg sagte, die Cruz-Änderungsanordnung stärke vor allem den Status quo, anstatt eine Policy-Änderung herbeizuführen — die Federal Reserve hat mehrfach erklärt, keine Pläne zur Ausgabe digitaler US-Dollar zu haben, und werde ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses keine Maßnahmen ergreifen. Er wies jedoch darauf hin, dass die Verankerung eines dauerhaften Verbots eine vorausschauende Präventionsmaßnahme sei: „Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028 und die Wahl des Federal-Reserve-Chefs 2030 könnte sich die Situation ändern, weshalb das Verbot hilfreich ist.“
Sebbergs Analyse zeigt die doppelte Wirkung des dauerhaften CBDC-Verbots für die Krypto-Branche:
Vorteil für Stablecoin-Emittenten: Das dauerhafte Verbot beseitigt die Befürchtung, die Federal Reserve könnte durch die Ausgabe digitaler US-Dollar die privaten Stablecoin-Märkte verdrängen. Es bestätigt, dass die Fed nicht in den Wettbewerb eintreten wird, was die Marktposition von Emittenten wie Circle mit USDC und das Vertrauen institutioneller Investoren stärkt.
Mögliche Erschwerung des CLARITY-Gesetzes: Sebberg warnt, dass das CBDC-Verbot als Vorwand dienen könnte, um die Weiterverfolgung des „CLARITY“-Gesetzes in diesem Jahr zu blockieren — „Legislatoren könnten sagen, sie hätten bereits das ‚Genius-Gesetz‘ und das CBDC-Verbot verabschiedet, und bräuchten keine weiteren Maßnahmen zur Regulierung des breiten Kryptomarktes.“ Er fügte hinzu: „Das bedeutet nicht, dass das CLARITY-Programm komplett abgelehnt wird, sondern es ist ein weiteres Hindernis, das die Umsetzung erschwert.“
Sebberg betont, dass die Änderungsanordnung vor allem den Status quo festigt: Die Federal Reserve hat mehrfach erklärt, keine Pläne zur Ausgabe digitaler US-Dollar zu haben, und benötigt eine klare gesetzliche Ermächtigung. Aus dieser Perspektive ist das dauerhafte Verbot eher eine Bestätigung der Politik als eine Notmaßnahme. Langfristig betrachtet hat diese Maßnahme strategische Bedeutung — sie sichert die aktuelle Politik ab, sodass zukünftige Regierungen oder Fed-Führungspersonen ohne legislative Hürden CBDC-Pläne vorantreiben könnten.
CBDC (Central Bank Digital Currency) ist die digitale Form der staatlich ausgegebenen Währung. Einige US-Abgeordnete befürchten, dass eine direkte Ausgabe digitaler US-Dollar durch die Federal Reserve der Regierung die Fähigkeit geben könnte, Transaktionen nachzuverfolgen und das Verbraucherverhalten zu überwachen, was als potenzielle Bedrohung für Privatsphäre und finanzielle Freiheit gilt.
Das Verbot bestätigt, dass die Federal Reserve nicht in den Markt für private Stablecoins eintreten wird, und beseitigt Unsicherheiten darüber, ob die Fed durch die Ausgabe digitaler US-Dollar die Geschäfte von USDC und anderen privaten Stablecoins stören könnte. Das stärkt die Marktposition der Emittenten und das Vertrauen institutioneller Investoren.
Laut Analyse von TD Cowen könnte die Legislation das Thema „CLARITY“ in den Hintergrund drängen, weil die Gesetzgeber argumentieren könnten, sie hätten bereits das „Genius-Gesetz“ und das CBDC-Verbot verabschiedet, was die Priorität für eine umfassende Kryptoregulierung verringert.