Amerikanischer Bezirksrichter Maxine Chesney erließ am 10. März eine einstweilige Verfügung, die Perplexity AI’s Comet-Browser-Proxy daran hindert, weiterhin auf die Amazon-Website zuzugreifen, Kundendaten zu sammeln und die bereits erlangten Daten zu vernichten.
(Vorheriger Kontext: Perplexity AI Browser „Comet“ kostenlos verfügbar: Zusammenfassungen, eigenständige Navigation, Gmail-Integration)
(Hintergrund: Welches AI-Tool nutzt Jensen Huang am liebsten? Perplexity AI ist bekannt)
Der Comet-Browser von Perplexity ermöglicht es KI-Proxy, beim Einkaufen auf Websites Produkte zu suchen und direkt zu bestellen, ohne dass der Nutzer eingreifen muss. Doch Amazon ist darüber verärgert!
Im November 2025 reichte Amazon beim Bundesgerichtshof in San Francisco Klage ein und beschuldigte Perplexity, die Identität des KI-Proxy verschleiert, unbefugt auf passwortgeschützte Konten zuzugreifen und das Abrechnungssystem der Werbung zu stören. Am 10. März entschied Richter Maxine Chesney, dass Amazon „wahrscheinlich in der Sache gewinnen wird“, und erließ sofort eine einstweilige Verfügung.
Gerichtsdokumente zeigen, dass Amazon drei Vorwürfe erhoben hat, die alle vom Gericht als „stark belegt“ anerkannt wurden.
Erstens: Die KI stellt eine Sicherheitsbedrohung dar. Der Comet-Proxy crawlt nicht nur öffentlich zugängliche Seiten, sondern kann auch in passwortgeschützte Amazon Prime-Konten eindringen und im Auftrag der Nutzer Aktionen ausführen. Das stellt eine direkte Gefahr für Kundendaten dar und übertrifft herkömmliches Crawling.
Zweitens: Das Werbesystem wird geschädigt. Der durch die KI-Proxy generierte Traffic wird bei den Anzeigenimpressionen gezählt, doch diese „Besuche“ führen nie zu tatsächlichen menschlichen Käufen, was die Abrechnungsdaten verfälscht.
Drittens: Vorsätzliche Umgehung. Im August 2025 implementierte Amazon eine Webseiteneinstellung, um KI-Proxy zu blockieren. Perplexity veröffentlichte innerhalb von 24 Stunden ein Update, das diese Blockade umgehen konnte. Das Gericht sieht darin ein bedeutendes Indiz für vorsätzliches Verhalten von Perplexity.
Perplexity widersprach der Verfügung vehement und bezeichnete Amazons rechtliche Schritte als „Mobbing-Taktik“. Perplexity argumentiert, dass Nutzer das Recht haben, jeden beliebigen KI-Assistenten für Online-Shopping zu wählen, und dass Amazons Klage im Wesentlichen ein rechtliches Mittel sei, um seine Monopolstellung im Einkaufssystem zu verteidigen.
Nach der Ausstellung der Verfügung kündigte Perplexity an, innerhalb von 7 Tagen beim Ninth Circuit eine Aufschubbeantragung zu stellen und gegen das Urteil Berufung einzulegen. Dieser Rechtsstreit ist noch lange nicht vorbei.
Der Fall hat bereits einen KI-Proxy-Krieg ausgelöst, der weit über einen geschäftlichen Streit zwischen Amazon und Perplexity hinausgeht. KI-Proxy entwickeln sich zu „Handelnden Agenten“, die es ermöglichen, im Namen der Nutzer auf Computerinterfaces zuzugreifen, die früher nur Menschen bedienen konnten. Das wird die Datenqualität großer Händler erheblich beeinträchtigen.