Am 12. März gab das Blockchain-Tokenisierung-Projekt für Rohöl LITRO bekannt, dass es bald Pilotversuche starten wird. Ziel ist es, im Anfang 2027 offiziell live zu gehen und das globale Energiemarktssystem durch Blockchain-Technologie neu zu gestalten. Das Projekt wird von Baron Lamarre, Mitbegründer der Digital-Asset-Plattform INDEX, vorangetrieben, der zuvor als Handelsleiter bei Malaysia’s nationalem Ölunternehmen Petronas tätig war.
Laut Projektplan wird das LITRO-Token im Verhältnis 1:1 an echte Ölreserven gekoppelt. Jede Münze repräsentiert 1 Liter Rohöl, dessen Preis an globale Referenzpreise wie Brent-Öl und West Texas Intermediate gekoppelt ist. Lamarre verriet, dass das Testnetz und die Produktdemo voraussichtlich zwischen März und Mai 2026 starten werden, während die vollständige Plattform im Januar 2027 online gehen soll.
Das Kernziel des Projekts ist die Digitalisierung des etwa 6 Billionen US-Dollar großen globalen Ölhandels. Derzeit basiert der traditionelle Energiemarkt auf komplexen Bankabwicklungen und Papierdokumenten, mit Abwicklungszeiten von bis zu 90 Tagen und hohen Kapitalbindungskosten. Das Team glaubt, dass durch die Schaffung eines verifizierbaren digitalen Reservebestands auf Blockchain die Effizienz gesteigert und der Marktzugang erleichtert werden kann.
In der Praxis müssen Ölproduzenten ihre verifizierten Reserven auf der INDEX-Plattform hinterlegen. Anschließend prüft eine unabhängige Prüfstelle die Menge, Echtheit und Eigentumsverhältnisse der Reserven, bevor die LITRO-Token geprägt werden dürfen. Obwohl das physische Rohöl weiterhin in den Anlagen der Produzenten gelagert wird, wird das Eigentum auf der Blockchain registriert, um eine digitale Umlaufbahn zu ermöglichen.
Technologisch basiert das Projekt derzeit auf dem Ethereum-Scaling-Netzwerk Arbitrum, wobei die Interoperabilität mit anderen EVM-kompatiblen Blockchains gewahrt bleibt. Das Team kündigte an, dass Token-Inhaber künftig nicht nur Bargeld gegen Token tauschen, sondern auch physisches Rohöl zurückfordern können.
Um diese Funktion zu realisieren, plant die Plattform die Einführung eines intelligenten Logistiksystems, das mithilfe von IoT-Sensoren, automatischen Identifikationssystemen (AIS) für Schiffe und KI-Optimierungstools den Abgleich von Rohöl, Transportplanung und die elektronische Ladungsschein-Erstellung automatisiert. Damit soll die Verbindung zwischen digitalen Vermögenswerten und der realen Energielieferkette hergestellt werden.
Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Frühphase. INDEX führt Gespräche mit der Finanzinstitution Capital Union Bank und plant, bis Ende März 2026 eine Minimum Viable Product (MVP)-Version zu veröffentlichen. Branchenexperten sind der Ansicht, dass, wenn dieses Modell erfolgreich umgesetzt wird, die Blockchain-Tokenisierung von Waren für einen transparenteren und rund um die Uhr verfügbaren Energiemarkt sorgen könnte.