Alte Hasen, passt auf? MissAV wurde von Neu Taipei City blockiert, aber warum wurde nicht das Urheberrechtsgesetz verwendet?

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MissAV wurde nach dem Gesetz zum Schutz vor Sexualstraftaten in New Taipei City blockiert, der Fokus verschob sich von Urheberrechtsverletzungen auf den vermeintlichen Vertrieb von sexuell anzüglichen Bildern. Die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und die Rechtmäßigkeit der Verwaltungsmaßnahmen werden nun diskutiert.

Die Plattform MissAV, die seit dem 11. März vom Regierung von New Taipei City blockiert wird, löste eine große Online-Debatte aus. Doch das Interessanteste an diesem Vorfall ist nicht die Kontroverse um die Website selbst, sondern die rechtliche Grundlage für die Blockierung: Statt des üblichen Urheberrechts wurde das Gesetz zum Schutz vor Sexualstraftaten herangezogen.

Das bedeutet, dass es bei diesem Fall nicht mehr um „Urheberrechtsverletzungen“ geht, sondern um die „Verhinderung der Verbreitung von sexuell anzüglichen Bildern, die verdächtigt werden, Straftaten zu sein“. Müssen erfahrene Nutzer jetzt vorsichtig sein?

Nicht Urheberrecht: Die Blockierungsseite verweist auf das Gesetz zum Schutz vor Sexualstraftaten

Bildquelle: „Lian News“

Laut Medienberichten und im Internet verbreiteten Bildern zeigt sich seit dem 11. März 2026 in Taiwan bei einigen Nutzern, die auf MissAV zugreifen, eine Sperrmitteilung, die auf ein Schreiben der Regierung von New Taipei City verweist. Die Sperrseite beruft sich auf Artikel 13 des Gesetzes zum Schutz vor Sexualstraftaten und trägt die Referenznummer „New Taipei City Government Social and Family Department Document No. 1152377969“.

MissAV gilt seit langem als Plattform, die hauptsächlich urheberrechtlich geschützte Erwachsenenfilme anbietet. Daher war die erste Reaktion vieler Nutzer, dies mit Urheberrechtsfragen in Verbindung zu bringen. Doch die Sperrseite verweist eindeutig auf das Gesetz zum Schutz vor Sexualstraftaten, nicht auf das Urheberrechtsgesetz. Dies verleiht dem Vorfall eine rechtliche Dimension, die weit über die bloße „Handhabung einer Urheberrechtsverletzung“ hinausgeht.

Bislang hat die Regierung von New Taipei City auf ihrer offiziellen Webseite noch kein vollständiges Verwaltungsdokument oder eine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht. Die konkreten Fakten, der Umfang und die Dauer der Sperrung sind noch unklar und bedürfen weiterer Erläuterungen durch die zuständigen Behörden.

Urheberrecht schützt Filmproduzenten, das Gesetz zum Schutz vor Sexualstraftaten schützt Opfer: Der fundamentale Unterschied zwischen zwei Rechtswegen

Um zu verstehen, warum dieser Vorfall so bedeutend ist, muss man die grundlegenden Unterschiede in der Logik zwischen dem Urheberrechtsgesetz und dem Gesetz zum Schutz vor Sexualstraftaten klären.

Wenn das Problem nur darin besteht, dass „die Plattform ohne Genehmigung kommerzielle Erwachsenenfilme hochlädt“, würde die naheliegende rechtliche Vorgehensweise im Rahmen des Urheberrechts liegen: Rechteinhaber melden die Verletzung, die Plattform entfernt die Inhalte, und es folgen zivilrechtliche oder strafrechtliche Schritte. Der Kern dieses Ansatzes ist der Schutz der Eigentumsrechte der Filmproduzenten und Urheber.

Bildquelle: Chinesische Gesellschaft für Arbeitssicherheit und Gesundheit, New Taipei Berufsbildungseinrichtung

Doch das Vorgehen nach dem Gesetz zum Schutz vor Sexualstraftaten ist grundlegend anders:

Gemäß Artikel 13 dieses Gesetzes müssen Internetplattformen, Dienstanbieter und Zugangsprovider, die Kenntnis von Verdachtsfällen sexueller Übergriffe haben, zunächst den Zugriff einschränken oder die betreffenden Webseiten entfernen. Das Ziel ist nicht der Schutz der Rechteinhaber, sondern der Schutz der Opfer, die sofortige Unterbindung der Verbreitung sexuell anzüglicher Bilder sowie die gesetzliche Verpflichtung der Plattformen und Dienstleister zur Kooperation.

Mit anderen Worten: Dieser Vorfall spiegelt möglicherweise nicht nur eine „Regierungsmaßnahme gegen Urheberrechtsverletzungen“ wider, sondern vielmehr eine „Maßnahme gegen die Verbreitung verdächtiger sexueller Bilder“. Die rechtlichen Zielsetzungen unterscheiden sich grundlegend.

Netzsperren sind kein technischer Akt: „Zugriffsbegrenzung“ ist eine formelle Verwaltungsmaßnahme

Laut den vom Gesundheitsministerium veröffentlichten gesetzlichen Bestimmungen zum Umgang mit sexuell anzüglichen Bildern verleiht Artikel 46 des Gesetzes zum Schutz vor Sexualstraftaten den zuständigen Behörden die Befugnis, bei Nichtbeachtung der Vorgaben durch Internetanbieter weitere Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere die „Zugriffsbegrenzung“. Artikel 17 der Durchführungsverordnung dieses Gesetzes macht deutlich: Die durch die Behörde angeordneten Zugriffsbegrenzungen sind formelle Verwaltungsakte. Das entsprechende Schreiben muss neben den einschlägigen Verfahrensvorschriften auch die Dauer der Einschränkung angeben. Wenn die betroffenen Internetanbieter dagegen Widerspruch einlegen, können sie rechtlich dagegen vorgehen, etwa durch Widerspruchsverfahren oder Verwaltungsgerichte.

Das bedeutet: „Netzsperren“ sind kein rein technischer Vorgang, sondern eine klare administrative Maßnahme, die eine entsprechende Verfügung, die Angabe der Sperrdauer und den Rechtsschutz der Betroffenen erfordert.

Daher stellt sich die Frage: Was steht genau in der Sperrungsverfügung der Stadtverwaltung New Taipei City? Welche Inhalte, welchen Umfang und welche rechtliche Grundlage hat die Entscheidung?

Wird nur ein Video blockiert oder die gesamte Website? Die Verhältnismäßigkeit steht im Fokus

Das Gesetz sieht vor, dass nur die Inhalte, die mit dem Verstoß in Zusammenhang stehen, blockiert oder entfernt werden sollen. In diesem Sinne sollte die Maßnahme nur gegen problematische Inhalte gerichtet sein, nicht gegen die gesamte Website.

Doch in der Praxis wurde die gesamte Domain gesperrt, nicht nur einzelne Videos. Das wirft die Frage auf: Hat die Regierung die Website insgesamt als illegal eingestuft oder nur bestimmte Inhalte? Warum wurde nicht nur problematische Inhalte entfernt, sondern gleich die ganze Plattform gesperrt?

Außerdem haben Nutzer entdeckt, dass nur ein Zugangspunkt blockiert wurde, andere Domains oder Spiegelseiten scheinen noch erreichbar zu sein. Das führt zu weiteren Zweifeln: Bei Plattformen, die im Ausland gehostet werden und Spiegel- oder Alternativseiten haben, ist die Wirksamkeit einer einzelnen Domain-Sperre fraglich.

Bisher gibt es keine klaren Informationen darüber, welche konkreten Inhalte die Sperrung veranlasst haben und wie die Grenzen der Sperrung festgelegt wurden.
Das eigentliche Diskussionsthema ist also nicht nur die Sperrung von MissAV, sondern die Frage, wie die Regierung bei Plattformen vorgeht, die sowohl Urheberrechts- als auch strafrechtlich relevante, möglicherweise illegale Inhalte enthalten, und ob die angewandten Maßnahmen transparent und angemessen sind.

  • Dieser Artikel wurde mit Genehmigung von „Lian News“ übernommen
  • Originaltitel: „MissAV wurde von New Taipei City gesperrt, aber warum nicht das Urheberrechtsgesetz verwenden?“
  • Originalautor: Kenny
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