Die US-Börsenaufsicht SEC plant, einen Vorschlag zu veröffentlichen, der börsennotierten Unternehmen erlaubt, Gewinne zweimal jährlich zu berichten, anstatt der bisher verpflichtenden vierteljährlichen Berichterstattung.
Laut einem Bericht der Wall Street Journal könnte der Vorschlag jederzeit im kommenden Monat veröffentlicht werden. Bevor die Regel veröffentlicht wird, haben die Regulierungsbehörden Gespräche mit führenden Börsen geführt, um zu klären, wie sich ihre Listungsanforderungen ändern könnten, falls Unternehmen die Option erhalten, Ergebnisse alle sechs Monate statt vierteljährlich zu berichten.
Wenn der Vorschlag offiziell erlassen wird, würde dies auch den Gesetzgebungsprozess der SEC beeinflussen, der eine öffentliche Kommentierungsphase umfasst, die normalerweise etwa 30 Tage dauert, bevor die Kommission über die Annahme der Änderung abstimmt.
Es ist jedoch nicht bestätigt, ob die Regel letztlich verabschiedet und genehmigt wird. Der Plan würde den vierteljährlichen Bericht nicht vollständig abschaffen. Stattdessen würde die vierteljährliche Offenlegung optional gemacht, sodass Unternehmen entscheiden können, ob sie weiterhin alle drei Monate Finanzupdates veröffentlichen.
Quartalsberichte über Gewinne sind seit 1970 ein integraler Bestandteil der US-Kapitalmärkte, als die Regulierungsbehörden die Pflicht zur Einreichung des Formulars 10-Q einführten, um Investoren regelmäßig Updates zur Unternehmensleistung zu bieten.
Befürworter der Änderung behaupten, dass die quartalsweise Berichterstattung übermäßigen kurzfristigen Druck auf das Management ausübt und erhebliche Compliance-Kosten für börsennotierte Unternehmen verursacht.
Verfechter argumentieren, dass die Reduzierung der Berichtsfrequenz dazu beitragen könnte, den langfristigen Rückgang der Anzahl börsennotierter Unternehmen in den USA umzukehren. Kritiker warnen jedoch, dass weniger häufige Berichte die Transparenz schwächen könnten.
Zudem könnte dies die Veröffentlichung wichtiger Finanzinformationen verzögern, auf die Investoren angewiesen sind, um die Unternehmensleistung und Risiken zu bewerten. Die Europäische Union hat ihre verpflichtende vierteljährliche Offenlegung im Jahr 2013 beendet. In Großbritannien wurde diese Anforderung einige Jahre später eingeschränkt.
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