Iran hat am 24. März einen offiziellen Brief an die IMO geschickt und erklärt, dass Schiffe, die nicht unter US- oder israelischer Flagge stehen und nicht an militärischen Operationen beteiligt sind, sicher durch den Hormuzstraße fahren können. Die Bedingungen erscheinen vernünftig, doch die Daten über 800 festgehaltene Öltanker und leere Schifffahrtswege erzählen eine andere Geschichte.
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Am 24. März hat das iranische Außenministerium einen offiziellen Brief an die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) gesendet und erklärt, dass die Hormuzstraße für „nicht-feindliche Schiffe“ wieder geöffnet wird, vorausgesetzt, drei Bedingungen sind erfüllt: keine Beteiligung oder Unterstützung militärischer Aktionen gegen den Iran, keine US- oder israelische Flagge, vollständige Einhaltung der vom Iran veröffentlichten Sicherheitsvorschriften.
Die politische Absicht dieser Erklärung beschreibt der Analyst Dimitris Ampatzidis von Kpler klar: Der Iran zeigt der IMO, dass er die Straße nicht offiziell blockiert. Doch hier liegt die Feinheit der diplomatischen Sprache: „keine offizielle Blockade“ und „Schiffe können sicher passieren“ sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Die New York Times beobachtet: Es ist ungewiss, ob diese Erklärung große Reedereien zur Wiederaufnahme des Transports bewegen kann. Diese Unsicherheit hat ihre Gründe: Für die Reedereien zählen nicht diplomatische Ankündigungen, sondern die Preisgestaltung der Versicherer für Kriegsrisiken sowie die Sicherheitsbewertungen für Kapitäne und Besatzung.
Derzeit sind vor allem Länder bereit, den ersten Schritt zu wagen, deren geopolitische Interessen sich von den westlichen unterscheiden. Indien hat bereits zwei Öltanker erfolgreich durch die Straße geführt, was den überzeugendsten Fall nach dem Krieg darstellt. Fünf europäische Länder und Japan haben sich bereit erklärt, „zur Sicherheit“ der Straße beizutragen, doch praktische Schutzmaßnahmen sind noch in weiter Ferne.
Die drei Bedingungen des Iran zeichnen eine klare geopolitische Spaltung: Asiatische Länder (China, Indien, Südkorea usw.) erfüllen die Voraussetzungen, europäische und amerikanische Schiffe hingegen nicht.
Vor dem Krieg passierten täglich über 100 Schiffe die Hormuzstraße, die etwa 20 Millionen Barrel Rohöl transportierten – ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs – mit einem Jahreshandel von rund 600 Milliarden USD.
Seit dem Ausbruch des Krieges am 28. Februar sind diese Zahlen rapide gesunken: Bis zum 17. März waren nur noch 21 Öltanker erfolgreich durchgekommen; in den ersten beiden Märzwochen passierten insgesamt etwa 90 Schiffe, inklusive Nicht-Öltanker. Gleichzeitig wurden im Nahen Osten 17 Schiffe angegriffen, sieben Besatzungsmitglieder getötet, und etwa 800 Öltanker warten noch auf beiden Seiten der Straße auf eine Bewertung.
Die Alternativpipelines sind ebenfalls nicht vielversprechend: Die derzeitige Gesamtkapazität liegt bei nur 6,85 Millionen Barrel pro Tag, weniger als die Hälfte des normalen Tagesdurchflusses durch die Straße. Obwohl Iran seine Haltung wiederholt geändert hat, bleibt die Überzeugungskraft einer möglichen Öffnung vorerst auf eine diplomatische Mitteilung beschränkt.