Strategy kündigt eine 42-Milliarden-Dollar-ATM-Erweiterung an, um die Krypto-Reserven zu vergrößern, steht jedoch vor einem unrealisierten Verlust von 3,2 Milliarden Dollar und Dividendendruck.
Um mehr Bitcoin zu kaufen, erweitert MicroStrategy (Aktienkürzel: MSTR) seine Finanzierungsquellen. Das Unternehmen kündigte an, ein neues „At-The-Market Offering“ (ATM)-Programm für seine Stamm- und Vorzugsaktien zu starten, um 420 Milliarden Dollar zu beschaffen.
Laut der am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten 8-K-Meldung plant Strategy, durch dieses neue ATM-Programm bis zu 21 Milliarden Dollar an MSTR-Stammaktien zu verkaufen; gleichzeitig sollen Vorzugsaktien im Wert von bis zu 21 Milliarden Dollar (STRC) sowie 2,1 Milliarden Dollar (STRK) ausgegeben werden.
Im Gegensatz zu traditionellen Großemissionen erlaubt das ATM-Programm Strategy, Aktien schrittweise und zu Marktpreisen zu verkaufen. Seit Anfang letzten Jahres nutzt Strategy diese Finanzierungsform regelmäßig, um die „HODL-Strategie“ zu unterstützen, und hat ein zunehmend komplexes Emissionssystem aufgebaut, das auch ATM-Finanzierungen mit Vorzugsaktien wie STRF und STRD umfasst.
Durch diese Maßnahmen verfügt Strategy derzeit über eine potenzielle Emissionskapazität von mehreren Hundert Milliarden Dollar bei Eigen- und verwandten Produkten.
Parallel zur Erweiterung der Finanzierungsmaßnahmen stockt Strategy seine Bitcoin-Bestände weiter auf.
Laut einem weiteren Bericht investierte Strategy letzte Woche erneut rund 76,6 Millionen Dollar, um 1.031 Bitcoin zu kaufen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der gehaltenen Bitcoins auf 762.099. Das Kapital für den Kauf stammt aus den Erlösen des vorherigen Verkaufs von MSTR-Aktien.
Bis heute hat Strategy etwa 57,7 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert. Bei den aktuellen Marktpreisen liegt die Position jedoch unter den Anschaffungskosten. Laut Datenplattform SaylorTracker, die die Bestände des Unternehmens verfolgt, weist die Bitcoin-Position von Strategy derzeit einen unrealisierten Verlust (Floating Loss) von über 3,2 Milliarden Dollar auf.
Dieses ATM-Programm ist Teil des „42/42-Plans“ von Strategy, der vorsieht, bis 2027 durch Aktien- und Wandelanleiheemissionen 84 Milliarden Dollar zu beschaffen, um die Bitcoin-Position weiter auszubauen.
Doch diese extreme Finanzierungsstrategie birgt erhebliche Risiken.
Analyst Ivan Wu von The Block erklärt, dass, falls die 21-Milliarden-Dollar-Vorzugsaktien (STRC) vollständig ausgegeben werden, Strategy jährlich etwa 2,4 Milliarden Dollar an Dividenden zahlen müsste. Hinzu kommen die aktuellen Dividendenverpflichtungen von rund 1 Milliarde Dollar, sodass die liquiden Mittel des Unternehmens nur für etwa acht Monate ausreichen.
Hinzu kommt, dass der Aktienkurs von Strategy seit seinem Höchststand 2025 stark gefallen ist und die Prämie auf den Nettoinventarwert (NAV) der Bitcoin-Bestände allmählich schwindet. Das bedeutet, bei einer schwächeren Marktlage und sinkender Prämie wird die Effizienz der zukünftigen Kapitalaufnahme durch Aktienemissionen deutlich sinken.