Anthropic befindet sich in internen Diskussionen über einen Börsengang, der frühestens im vierten Quartal 2026 erfolgen soll, mit einer Bewertung von bis zu 380 Milliarden US-Dollar und einem Jahresumsatz von bereits 14 Milliarden US-Dollar; gleichzeitig bereitet auch OpenAI einen IPO im selben Zeitraum vor, wodurch ein Wettlauf zwischen den beiden Giganten sichtbar wird.
(Vorheriger Kontext: Es wird berichtet, dass OpenAI möglicherweise noch in diesem Jahr an die Börse geht, mit einer Bewertung in der Billionen-Dollar-Region, und dass ChatGPT mehr Unternehmenskunden gewinnen muss.)
(Hintergrund: Anthropic AI Wirtschaftsindex-Langbericht: Automatisierte Handels-Workflows verdoppeln ihre Frequenz, Claude wird zunehmend zum Lebensassistenten statt nur Werkzeug.)
Anthropic startet die Vorbereitungen für den Börsengang. Laut The Information diskutieren Top-Manager von Anthropic intern, dass ein Börsengang frühestens im vierten Quartal 2026 erfolgen könnte. Im Dezember 2025 wurde die Top-Silicon-Valley-Anwaltskanzlei Wilson Sonsini Goodrich & Rosati beauftragt, die IPO-Struktur und regulatorische Vorbereitungen zu übernehmen (diese Kanzlei war auch bei den Börsengängen von Google 2004 und LinkedIn 2011 tätig), was ein deutliches Signal ist.
Bislang hat Anthropic noch keinen S-1-Registrierungsantrag bei der SEC eingereicht, und Verhandlungen mit Investmentbanken befinden sich noch in einem frühen, informellen Stadium. Doch die rechtlichen Vorbereitungen sind in der Regel ein entscheidender Schritt 6 bis 12 Monate vor dem IPO.
Auch die Zahlen sprechen für sich: Nach Abschluss der Series B-Finanzierung im Februar 2026 wird Anthropic auf eine private Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar geschätzt. Diese Runde umfasste 30 Milliarden US-Dollar und ist eine der größten Tech-Finanzierungsrunden aller Zeiten, angeführt von Coatue und der GIC (singapurischer Staatsfonds), mit weiteren Investoren wie Microsoft, Nvidia, Founders Fund und Iconiq Capital.
Was die Umsätze betrifft: 2025 wird ein Jahresumsatz von etwa 10 Milliarden US-Dollar erwartet, mit einer annualisierten Umsatzerlöse (ARR) von 14 Milliarden US-Dollar, was auf ein starkes Wachstum hindeutet. Analysten schätzen, dass der IPO mehr als 60 Milliarden US-Dollar an Kapital einbringen könnte.
Ein Sprecher von Anthropic äußerte sich vorsichtig und betonte, dass das Unternehmen „noch nicht entschieden hat, wann oder ob es an die Börse geht“, und dass alles noch in der Bewertungsphase sei. Das entspricht der üblichen PR-Strategie Silicon-Valley-Technologieunternehmen vor einem IPO: Nicht bestätigen, nicht dementieren, um maximale Flexibilität zu bewahren.
Der Wettbewerbsdruck ist deutlich spürbar: OpenAI bereitet sich aktiv auf einen Börsengang im vierten Quartal 2026 vor und soll sich bereits der Risiken bewusst sein, dass Anthropic möglicherweise früher an die Börse geht.
Beide KI-Giganten zielen auf denselben Zeitraum ab, was den Kapitalmarkt vor eine mögliche IPO-Show im KI-Bereich stellt. Wer zuerst einreicht und wer zuerst den Preis festlegt, wird maßgeblich die relative Bewertung im Blick der institutionellen Investoren beeinflussen.