Verstehen der Volatilitätsverzerrung: Ein Trader-Leitfaden zu Optionspreis-Mustern

Wenn Sie die Optionsmärkte analysieren, werden Sie schnell feststellen, dass die implizite Volatilität (IV) nicht bei verschiedenen Strike-Preisen einheitlich ist. Diese Variation bildet die Grundlage dessen, was Fachleute als Volatilitäts-Skew bezeichnen – ein entscheidendes Konzept für jeden, der ernsthaft mit Optionen handelt. Statt einer geraden Linie formen die IV-Werte über verschiedene Strikes charakteristische Kurven, die wichtige Informationen über die Marktstimmung und Risikowahrnehmung offenbaren.

Was verursacht die Volatilitäts-Skew an den Optionsmärkten

Im Kern entsteht die Volatilitäts-Skew durch die Beziehung zwischen der impliziten Volatilität und verschiedenen Strike-Preisen für dasselbe Basiswert- und Verfallsdatum. Wenn man diese IV-Werte – egal ob für at-the-money (ATM), in-the-money (ITM) oder out-of-the-money (OTM) Optionen – abbildet, bilden sie selten ein perfekt symmetrisches Muster.

Ist die Kurve auf beiden Seiten ausgeglichen, spricht man von einem Volatilitäts-Smile. Wenn sie zu einer Seite neigt und ein asymmetrisches Muster bildet, nennen Händler das eine Volatilitäts-Smirk. Die Steilheit dieser Neigung – was wir als Skewness bezeichnen – zeigt an, wie ausgeprägt die Richtungspräferenz des Marktes in diesem Moment ist. Dieses einfache visuelle Muster wird erstaunlich mächtig, sobald man versteht, was es antreibt.

Zwei Dimensionen der Volatilitäts-Skew: Horizontal vs. Vertikal & Forward vs. Reverse

Die Volatilitäts-Skew kann aus zwei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden, und erfahrene Händler berücksichtigen beide bei ihren Entscheidungen.

Horizontale vs. Vertikale Skew untersucht, wo die Variation auftritt. Die horizontale Skew vergleicht den gleichen Strike-Preis bei unterschiedlichen Verfallsdaten – wie unterscheidet sich die IV eines 100-Strike-Calls zwischen einem 30-Tage- und einem 60-Tage-Kontrakt? Die vertikale Skew hingegen betrachtet, wie sich die IV bei verschiedenen Strikes innerhalb desselben Verfallsdatums verändert. Die meisten Händler konzentrieren sich auf die vertikale Skew, da sie direkt die Trades beeinflusst, die sie kurzfristig umsetzen möchten.

Forward- und Reverse-Skew beschreibt die tatsächische Richtung der Neigung. Bei einer Forward-Skew haben höherpreisige Optionen höhere implizite Volatilitäten als niedrigere – der Markt preist größere Unsicherheit hinsichtlich steigender Kurse ein. Im Gegensatz dazu bedeutet Reverse-Skew, dass niedrigere Strikes höhere IV aufweisen, was darauf hindeutet, dass der Markt stärkere Angst vor Abwärtsbewegungen hat.

Marktpsychologie anhand von Mustern in der Volatilitäts-Skew lesen

Die Form der Volatilitäts-Skew ist im Wesentlichen die sichtbare Wahrscheinlichkeitsprognose des Marktes. Eine steile Forward-Skew signalisiert bullisches Sentiment – Händler sind bereit, eine Prämie für die Möglichkeit signifikanter Aufwärtsbewegungen zu zahlen, was den Wert von Call-Optionen erhöht. Das Gegenteil gilt für die Reverse-Skew: eine ausgeprägte Abwärtsneigung zeigt, dass der Markt fallende Kurse erwartet, wodurch Put-Optionen wertvoller werden.

Man wird feststellen, dass Reverse-Skew besonders häufig in Märkten vorkommt, in denen Leerverkäufe entweder verboten oder extrem teuer sind. Der Grund: Wenn Investoren nicht einfach short gehen können, um Abwärtsrisiken abzusichern, verlassen sie sich stark auf Puts zum Schutz. Diese konzentrierte Nachfrage treibt die IV bei niedrigeren Strikes nach oben und erzeugt diese charakteristische Abwärtsneigung, unabhängig von anderen Marktbedingungen.

Anwendung der Volatilitäts-Skew in Ihrer Optionshandelsstrategie

Das Verständnis der Volatilitäts-Skew wandelt sich von abstrakter Theorie in praktischen Vorteil, wenn Sie Trades aufbauen. Die IV-Kurve zeigt Ihnen, welche Optionen vom Markt als unterbewertet im Vergleich zu anderen eingeschätzt werden – genau dort liegen die Chancen.

In Bullenmärkten bevorzugen Händler traditionell Bull-Call-Spreads: Sie kaufen at-the-money oder leicht in-the-money Calls und verkaufen Calls mit höherem Strike. Wenn die Forward-Skew jedoch flach ist – das heißt, der Markt ist nicht besonders optimistisch hinsichtlich Aufwärtsbewegungen – könnten Bull-Put-Spreads attraktiver sein. Dabei verkaufen Sie Out-of-the-Money Puts und kaufen niedrigere Strikes, was möglicherweise weniger Kapital erfordert und dennoch eine ähnliche Richtungs-Exposure bietet.

Der Schlüssel liegt darin, Ihre Strategie an das Muster der Volatilitäts-Skew anzupassen. Wenn die Kurve in eine Richtung steil ist, zeigt das eine starke Marktüberzeugung. Wenn sie flach ist, deutet das auf Unsicherheit hin. Durch das Lesen dieser Muster gewinnen Sie Einblick in die Überzeugungen erfahrener Marktteilnehmer – und können Ihre Trades entsprechend informierter positionieren.

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