Als Manus bekannt gab, von Meta für 2 Milliarden US-Dollar übernommen zu werden, kochte die chinesische Startup-Szene kurzzeitig vor Begeisterung. Viele sahen darin einen „perfekten Weg“: chinesisches Team, Auswanderung ins Ausland, Übernahme durch einen Top-Giganten – als hätte man ein Standardmodell für chinesische Startups im Ausland bestätigt.
Einige Tage später wurde diese Euphorie durch eine regulatorische Mitteilung aus dem großen östlichen Land abrupt gestoppt. Dieser Schachzug, der alle Hoffnungen zunichte machte, ließ alle tief durchatmen.
Biteye hat 6 Fragen zusammengestellt, um einige der zugrunde liegenden Konflikte zu klären:
1️⃣ Gab es in der Vergangenheit ähnliche Fälle? Die chinesische Regierung greift bei Geschäftsaktivitäten durch offizielle Prüfungen im Web2-Bereich häufig ein. Bekannte Beispiele sind Didi, Ant Financial und ByteDance, die alle Prüfungen durchlaufen haben. Die Ergebnisse beeinflussten nicht nur IPOs und M&A-Exit-Strategien, sondern hatten auch Auswirkungen auf das Geschäft und die Nutzer.
2️⃣ Was ist die wahrscheinliche Folge der Prüfung? Es könnten drei Ergebnisse eintreten:
3️⃣ Hat die Nationalität der Gründer Einfluss? Der Gründer Xiao Hong besitzt die chinesische Staatsangehörigkeit und hat diese nicht aufgegeben, was die Zuständigkeit Pekings begründet. Das chinesische Exportkontrollgesetz gilt für natürliche Personen; Xiao Hongs Pass-Status bedeutet, dass er und sein Team möglicherweise persönlich haftbar gemacht werden können, z.B. durch Reisebeschränkungen oder strafrechtliche Verfolgung. Dies stärkt auch die Erzählung, dass „Technologie aus China stammt“; Peking kann beanspruchen, dass IP-Entwicklung in Peking und Wuhan stattfindet, und eine Übertragung als Verstoß ansehen.
4️⃣ Wie wird das geistige Eigentum bewertet? Bis Mitte 2025 schließt Manus seine Dienste in China und verlegt alle Mitarbeiter nach Singapur. Nach chinesischem Recht gelten die frühen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten als inländisches geistiges Eigentum, inklusive Patenten, Softwarerechten und technischen Geheimnissen. Selbst wenn Meta behauptet, die Übernahme betreffe nur die singapurische Einheit, kann Peking dennoch auf eine „substantielle Übertragung“ pochen, da die Technologie ursprünglich im Inland entwickelt wurde.
5️⃣ Betrifft es den illegalen Technologietransfer? Die AI-Agent-Technologie von Manus wurde in China entwickelt, möglicherweise mit eingeschränkten KI-Algorithmen. Wenn das Team Code ins Ausland transferiert, entspricht das einem versteckten Technologietransfer. Obwohl Manus ins Ausland expandiert, kann Peking auf Verstöße gegen die „Gesetz über die Verwaltung des Imports und Exports von Technologien der Volksrepublik China“ pochen, was zu Geldstrafen oder strafrechtlicher Verfolgung führen kann.
6️⃣ Betrifft es chinesische Daten? Die frühe Entwicklung von Manus hat wahrscheinlich auf inländischen Nutzerdaten basiert. Sobald chinesische Daten betroffen sind, wird die Angelegenheit sensibel. Die Prüfung des „Exports wichtiger Daten“ basiert direkt auf dem „Gesetz über Datensicherheit“. Peking kann argumentieren, dass das initiale Modelltraining chinesische Ressourcen nutzt und somit als Exportkontrollobjekt gilt.
💡Biteye-Meinung: Unter dem Himmel, ist alles chinesisches Land.
Manus hat seinem Mutterunternehmen den Namen Butterfly Effect – Schmetterlingseffekt – gegeben, was sich als prophetisch erwies.
Dieser Schmetterling Manus, der zweimal mit den Flügeln schlägt, hat zwei Stürme entfacht.
Das erinnert uns auch: Der, der am Ende lacht, lacht am besten.
Ein Sandkorn in der Zeit, das auf den Einzelnen fällt, wird zu einem großen Berg.
Der Wettstreit zwischen China und den USA im Bereich KI, Manus steckt mitten drin, und das ist auch schmerzhaft.
Biteye wünscht dem Manus-Team alles Gute und jedem Gründerteam, dass alle Wünsche in Erfüllung gehen.❤️