
Die Trump-Regierung hat offiziell die Nominierung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der Federal Reserve beim US-Senat eingereicht, mit einer Amtszeit von vier Jahren, während er gleichzeitig seit vierzehn Jahren Mitglied des Federal Reserve Board ist. Dieser öffentlich bekannte Befürworter von Bitcoin, der sich mehrfach für Kryptowährungen ausgesprochen hat, gilt als Favorit für die Nachfolge von Jerome Powell. Öffentliche Äußerungen wie „Bitcoin ist das neue Gold für die Jugend“ haben die Erwartungen an diesen Personalwechsel in den Kryptowährungsmärkten deutlich erhöht.

(Quelle: Weiße Haus)
Das Weiße Haus hat am Mittwoch offiziell bekannt gegeben, dass Trump die Nominierungsunterlagen für Warsh an den Senat übergeben hat. Laut Erklärung wird Warsh Vorsitzender des Federal Reserve Board für eine Amtszeit von vier Jahren; gleichzeitig bleibt er Mitglied des Boards für weitere vierzehn Jahre, wirksam ab dem 1. Februar 2026.
Dies liegt über einem Monat nach der ersten Ankündigung durch Trump in den sozialen Medien am 30. Januar. Die Einreichung der offiziellen Nominierungsunterlagen löst das verfassungsmäßige Verfahren in den USA aus, bei dem der Senat eine Anhörung zu Warsh durchführen und letztlich mit einer Abstimmung über die Bestätigung entscheiden muss.
Warsh ist kein Neuling im Policy-Bereich. Er war von 2006 bis 2011 Mitglied des Federal Reserve Boards, während der Amtszeiten von Präsident Bush und Obama. Nach seinem Ausscheiden wurde er Visiting Scholar am Hoover-Institut der Stanford University, wo er sich als herausragender Wirtschaftswissenschaftler mit Fokus auf die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik etablierte.
Der derzeitige Vorsitzende Powell wird am 15. Mai dieses Jahres sein Amt antreten. Obwohl Trump zuvor angedroht hatte, ihn zu entlassen, wird allgemein erwartet, dass Powell seine verbleibende Amtszeit vollständig erfüllt und möglicherweise bis zum 31. Januar 2028 auch weiterhin als Board-Mitglied tätig bleibt.
Unter den bisherigen Kandidaten für den Vorsitz der Federal Reserve ist Warsh der offenste Unterstützer von Bitcoin. Seine mehrfach öffentlichen Äußerungen haben den Kryptowährungsmarkt auf eine bisher nie dagewesene Weise auf diesen Personalwechsel aufmerksam gemacht.
Interview mit CNBC 2021: „Wenn es Bitcoin nie gegeben hätte, wäre der Goldpreis heute höher. Aber wenn du unter 40 bist, ist Bitcoin dein neues Gold.“
Interview am Hoover-Institut 2025: „Kryptowährungen können Marktdisziplin bieten… und der Welt zeigen, wo Verbesserungsbedarf besteht.“
Zur Kernposition von Bitcoin: „Bitcoin macht mir keine Sorgen. Ich sehe es als eine wichtige Asset-Klasse, die Politikern hilft, ihre Entscheidungen zu bewerten.“
Diese drei Aussagen offenbaren Warshs konsequentes Denkmodell: Bitcoin ist keine Bedrohung, die unterdrückt werden muss, sondern ein „Markt-Stress-Test“ für die Qualität der Geldpolitik. Für die Federal Reserve bedeutet diese Haltung, dass digitale Vermögenswerte möglicherweise erstmals auf höchster Ebene öffentlich als funktionale Rolle im modernen Währungssystem anerkannt werden.
Der Weg zur Bestätigung von Warsh ist nicht einfach. Der Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, hat bereits frühzeitig interveniert. Im Januar warnte er deutlich, dass die Republikaner die Nominierung von Warsh nicht unterstützen werden, da Trump versucht habe, die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben.
Schumer setzt klare Bedingungen: „Warsh muss öffentlich garantieren, die Federal Reserve gegen politische Einflüsse der Trump-Regierung zu verteidigen, sonst wird er nicht bestätigt.“
Der Kern dieses politischen Spiels bei der Abstimmung ist nicht nur die persönliche Qualifikation oder die Krypto-Positionen Warshs, sondern die fundamentale Frage der „Unabhängigkeit der Federal Reserve“. Angesichts der angespannten Beziehung zwischen Regierung und Fed wird der Ausgang der Abstimmung die zukünftige Geldpolitik der USA maßgeblich beeinflussen und damit auch die makroökonomische Ausrichtung der Krypto-Assets.
Es ist bemerkenswert, dass Trump zwar die Nominierung für den Fed-Vorsitz eingereicht hat, aber bis zu diesem Mittwoch noch keinen neuen Vorschlag für ein Mitglied der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) vorgelegt hat.
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) besteht normalerweise aus fünf Mitgliedern, derzeit ist jedoch nur der im Dezember bestätigte Vorsitzende Michael Selig im Amt, was eine erhebliche regulatorische Lücke darstellt. Besonders im Hinblick auf die Regulierung digitaler Vermögenswerte ist dies kritisch: Sollte das im Gesetz vorgeschlagene Marktstrukturgesetz verabschiedet werden, würde die CFTC erweiterte Aufsichts- und Durchsetzungsbefugnisse für Kryptowährungen erhalten. Die gleichzeitige Vakanz beim Fed-Vorsitz und die Personalnot bei der CFTC sind die schwächsten Glieder im aktuellen US-Regulierungsrahmen für Kryptowährungen.
Warsh hat in mehreren öffentlichen Interviews betont, dass Bitcoin Eigenschaften eines goldähnlichen Assets besitzt und als Marktdisziplin-Instrument zur Bewertung der Wirksamkeit der Geldpolitik dienen kann. Er bezeichnet Bitcoin als „wichtiges Asset“, das Politikern bei der Entscheidungsfindung helfen kann.
Laut US-Verfassung wird der Fed-Vorsitz vom Präsidenten nominiert und muss nach einer Anhörung im Bankenausschuss des Senats vom gesamten Senat bestätigt werden. Nach Einreichung der Nominierung entscheidet der Senat über den Zeitplan der Anhörungen, ein konkreter Termin ist bisher nicht bekannt.
Powell wird sein Amt als Fed-Vorsitz bis zum 15. Mai 2025 ausüben, seine Mitgliedschaft im Board kann jedoch bis zum 31. Januar 2028 verlängert werden. Obwohl Trump zuvor mit einer Entlassung gedroht hatte, wird erwartet, dass Powell seine verbleibende Amtszeit als Board-Mitglied vollendet.
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