YZi Labs investiert mehrere Millionen US-Dollar in Genius Trading, CZ tritt als Berater bei

Aktualisiert: 14.01.2026 01:50

„Würde man Binance heute neu aufbauen, würde man es nicht mehr als zentrale Börse gestalten – sondern direkt auf der Blockchain." So beschreibt Ryan Myher, Mitgründer und COO von Genius Trading, die Vision seines Unternehmens. Unterstützt von YZi Labs – dem Family Office der Binance-Mitgründer Changpeng Zhao (CZ) und Yi He – verfolgt dieses Startup das Ziel, den dezentralen Handel durch innovative Ansätze in den Bereichen Datenschutz und Cross-Chain-Technologie neu zu definieren.

Strategische Investition

Die Kryptobranche richtet ihr Augenmerk erneut auf ein Projekt, das von Branchengrößen unterstützt wird. YZi Labs, ein aus Binance Labs hervorgegangenes Family Office, hat eine strategische Investition im „achtstelligen Bereich" – also mehrere Dutzend Millionen US-Dollar – in Genius Trading bekanntgegeben. Das eigentliche Highlight ist jedoch nicht nur das Kapital, sondern die beteiligten Persönlichkeiten: Binance-Mitgründer Changpeng Zhao (CZ) ist offiziell als Berater in das Projekt eingestiegen.

Es ist nicht das erste Mal, dass YZi Labs und CZ auf das Modell „Investition + Beratung" setzen, um junge Unternehmen zu fördern. Bereits Anfang 2025 investierten sie nach diesem Prinzip in Vana, ein Startup mit Fokus auf KI und Datenhoheit. Dieses Modell verdeutlicht den fortwährenden Einfluss von CZ auf die Zukunft der Kryptobranche: Auch nach seinem Rückzug aus dem operativen Tagesgeschäft von Binance bringt er weiterhin Kapital und Branchenwissen ein.

Armaan Kalsi, Mitgründer und CEO von Genius Trading, bestätigte gegenüber Medien, dass die Investition im Dezember des vergangenen Jahres erfolgte und „deutlich über 10 Millionen US-Dollar" lag. Bereits vor dieser Finanzierungsrunde hatte das Unternehmen in zwei Runden insgesamt 7 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Ein Trading-Terminal mit Fokus auf Datenschutz

Was entwickelt Genius Trading konkret? Das Team versteht sich als „datenschutzorientiertes, einheitliches On-Chain-Trading-Terminal". Ziel ist es, Spot-, Perpetual- und Copy-Trading über eine nicht verwahrende, cross-chain-integrierte Plattform anzubieten – und so eine On-Chain-Alternative zu Binance zu schaffen. Im Zentrum stehen zwei zentrale Schwachstellen des aktuellen On-Chain-Handels: Datenschutzlücken und die Komplexität von Cross-Chain-Transaktionen. Bei herkömmlichem On-Chain-Trading lassen sich große Wallets und Handelsstrategien leicht nachverfolgen und analysieren, wodurch Nutzer Risiken wie Frontrunning ausgesetzt sind.

Genius entwickelt derzeit eine zentrale Datenschutz-Schicht, die sich bereits im Test befindet und es Nutzern ermöglicht, große Trades auf „Hunderte von Wallets" aufzuteilen. So bleiben Transaktionen zwar auf der Blockchain, die Rückverfolgbarkeit wird jedoch erheblich reduziert. Die Plattform plant, das öffentliche Beta ihres Datenschutzprotokolls im zweiten Quartal 2026 zu starten.

Cross-Chain: Nahtloses Handelserlebnis ohne Brücken

Neben dem Datenschutz bildet nahtloses Cross-Chain-Trading die zweite technische Säule von Genius. Die Plattform ermöglicht den direkten Zugang zu Liquidität auf mehr als 10 Blockchains – darunter BNB Chain, Solana, Ethereum, Avalanche und weitere – ganz ohne Asset-Bridging, Wallet-Wechsel oder das Offenlegen von Handelsabsichten auf der Blockchain.

Damit adressiert Genius gezielt einen weiteren zentralen Schmerzpunkt für DeFi-Nutzer. Herkömmliches Cross-Chain-Bridging ist nicht nur umständlich und zeitaufwändig, sondern birgt auch erhebliche Sicherheitsrisiken. In der Vergangenheit kam es zu schweren Angriffen, wie etwa beim Ronin Bridge Hack, bei dem Verluste in Höhe von mehreren Hundert Millionen US-Dollar entstanden. Genius begegnet diesen Herausforderungen mit einer eigens entwickelten Cross-Chain-Routing-Logik und direkter Integration dezentraler Börsen, sodass die Komplexität für den Nutzer im Hintergrund bleibt und ein „One-Click"-Handelserlebnis wie bei zentralen Börsen entsteht.

Feature Dimension Traditionelles Cross-Chain-Trading Genius Trading Lösung
Kernprozess Nutzer suchen manuell nach Bridges, autorisieren mehrfach und warten. Nahtlose Ausführung im Terminal; Nutzer wählen lediglich Quell- und Ziel-Asset aus.
Technische Abhängigkeit Abhängig von Smart Contracts externer Bridges. Eigene Multi-Party-Computing-Wallets und Cross-Chain-Routing-Logik, integriert mit DEXs auf jeder Chain.
Asset-Risiko Vermögenswerte werden in Bridge-Verträgen gesperrt und sind damit dem Vertragsrisiko ausgesetzt. Selbstverwahrung; Trades werden über Routing aggregiert, ohne langfristige Sperrung der Assets.
Datenschutz Transaktionsadressen und -beträge sind auf jeder Chain vollständig öffentlich. Datenschutzschicht verschleiert Transaktionen, große Trades werden auf hunderte Adressen verteilt.
Nutzererlebnis Komplex, mehrstufig, hohe Einstiegshürde. Einheitliches Terminal, intent-basiert, Erlebnis wie bei zentralen Börsen.

Frühes Spielfeld für On-Chain-Whales

Seit dem „Soft Launch" im Oktober 2025 hat Genius Trading bereits still und leise ein Handelsvolumen von über 60 Millionen US-Dollar verarbeitet. Die ersten Nutzer sind vor allem On-Chain-Whales – erfahrene Trader, die monatlich Millionenbeträge bewegen. Das ist kein Zufall: Für diese vermögenden Nutzer sind Datenschutz für Handelsstrategien und effizientes Kapitalmanagement über mehrere Chains hinweg deutlich wichtiger als die Jagd nach renditestarken „Meme-Coins". Genius bedient hier einen professionellen Bedarf, der bislang kaum adressiert wurde.

Kalsi sieht die aktuellen „Terminal Wars" im Kryptohandel als intensiven Wettbewerb um Kundenakquisitionskosten und Funktionsvielfalt zwischen Plattformen wie Axiom und GMGN. Genius setzt darauf, dass mit nachlassender Spekulationswelle und dem Aufbau echter Finanzstrukturen auf der Blockchain Datenschutz und Souveränität an Bedeutung gewinnen werden.

Markttrends und Ausblick

Der Aufstieg von Genius Trading steht im Einklang mit dem übergeordneten Trend hin zu einer gereiften Krypto-Infrastruktur.

Am 14. Januar 2026 notiert der Marktführer Bitcoin (BTC) bei 95.540,2 US-Dollar, mit einer Marktkapitalisierung von 1,9 Billionen US-Dollar und einem Marktanteil von 55,99 %. Der Preis ist in den vergangenen 24 Stunden um 4,60 % gestiegen. Gleichzeitig liegt GateToken (GT), der den Wert des Exchange-Ökosystems repräsentiert, bei 10,79 US-Dollar und verzeichnet ebenfalls einen Anstieg von 4,76 % im selben Zeitraum. Dies deutet auf eine starke Marktstimmung und wachsendes Interesse an innovativer Handelsinfrastruktur hin.

Cross-Chain-Interoperabilität ist mittlerweile ein zentrales Branchenthema. Von PancakeSwap, das mit Across Protocol „One-Click-Cross-Chain-Swaps" eingeführt hat, bis hin zu großen Bridge-Protokollen, die um Marktanteile konkurrieren – die Vereinfachung des Cross-Chain-Erlebnisses ist entscheidend, um die nächste Welle von Mainstream-Nutzern zu gewinnen. Die Kombination aus Cross-Chain-Liquiditätsaggregation und Datenschutz beim Trading positioniert Genius Trading in einem differenzierten, technologisch fortschrittlichen Segment.

Mit dem öffentlichen Beta-Start des Datenschutzprotokolls im zweiten Quartal 2026 und CZ als strategischem Berater könnte dieses Projekt – gegründet 2022 von einem Yale-Team – eine Schlüsselrolle für die Zukunft der „On-Chain-Börsen" spielen. Der Entwicklungsweg ist eine Erinnerung an die gesamte Branche: Nach dem Wettlauf um Geschwindigkeit und Rendite sind Sicherheit, Datenschutz und Nutzer-Souveränität die eigentliche Grundlage für die breite Akzeptanz von DeFi.

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