Im vierten Quartal 2025 zeichnete sich bei vielen erfolgreichen Web3-Launches ein Muster ab: Die Ausgaben für bezahlte Werbung gingen zurück, während Partnerschaften mit Influencern aus dem Ökosystem zunahmen. Doch es gibt einen unmittelbaren Vorbehalt – wir sehen hauptsächlich die Überlebenden. Gescheiterte Launches, die stark auf Influencer setzten, werden selten zu Fallstudien.
Das eigentliche Problem mit bezahlter Werbung im Krypto-Bereich
Bezahlte Werbung im Web3-Bereich steht vor strukturellen Einschränkungen. Plattformrichtlinien begrenzen Krypto-Anzeigen auf Meta und Google. Krypto-native Zielgruppen filtern Werbeinhalte aggressiv heraus. Und bezahlte Akquise korreliert oft mit geringerer Nutzerbindung – auch wenn Korrelation nicht gleich Kausalität ist.
Projekte mit schwachem Product-Market-Fit tendieren dazu, sich stärker auf bezahlte Werbung zu verlassen, um Defizite auszugleichen. Das führt zu einem Auswahlbias: Es ist nicht so, dass Paid per se minderwertige Nutzer anzieht – sondern dass kämpfende Projekte sie übermäßig nutzen.
Eine genauere Formulierung: Paid ist schwach darin, aus dem Nichts Vertrauen zu schaffen, aber stark darin, vorhandene Vertrauenssignale zu skalieren. Wenn man Beweise hat – funktionierendes Produkt, glaubwürdige Fallstudien – kann bezahlte Distribution diese Narrative effizient verstärken.
Was „Influencer-Strategie“ wirklich bedeutet
Wenn Teams von „organischen Influencer-Partnerschaften“ sprechen, meinen sie selten unbezahlte Kooperationen. Die Vergütung ist nur anders strukturiert: Token-Zuteilungen, Umsatzbeteiligungen, Eventzugang oder Affiliate-Programme. Der eigentliche Unterschied ist: Paid Media versus bezahlte Distribution über vertrauenswürdige Stimmen.
Nicht alle Influencer-Zielgruppen sind hochwertig. Manche sind sogar noch „söldnerischer“ als klassische Werbe-Traffic-Quellen – etwa Airdrop-Jäger, die von Launch zu Launch wechseln. Screening ist entscheidend: Sucht nach echter Diskussion, Zielgruppenüberschneidung mit euren Wunschusern und Hinweisen auf echtes On-Chain-Verhalten.
Vertrauensökonomie & Sequencing
Die stärksten Launches haben sich nicht zwischen Paid und Influencern „entschieden“. Sie haben die Kanäle auf ihre Vertrauensarchitektur abgebildet. Über alle von uns intern überprüften Launches hinweg kamen die größten Hebel durch die Sequenzierung von (Partnern → Retargeting) anstatt Paid komplett zu ersetzen.
Web3-Launches scheitern, wenn sie Aufmerksamkeit nicht in Glaube → Verhalten → Gewohnheit umwandeln. Influencer sind stark in der Glaubensphase. Paid ist stark bei Reichweite und Wiederholung, sobald der Glaube existiert.
Was man 2026 testen sollte
Baut eine grundlegende Messinfrastruktur: UTMs, die mit Wallet-IDs verknüpft sind, Event-Taxonomie zur Nachverfolgung sinnvoller Aktionen jenseits von Signups und einfache Holdout-Tests.
Führt parallele Streams über 3-4 Wochen durch: Geprüfte Micro-Influencer-Partnerschaften neben reinen Retargeting-Paid-Kampagnen. Messt Aktivierungsraten, Retention in Woche 2 und Woche 4, Referral-Verhalten und Engagement-Tiefe.
Die Frage ist nicht, ob Influencer Paid Ads schlagen. Es geht darum, eure Vertrauensarchitektur zu verstehen, Kanäle jeder Stufe zuzuordnen und ehrlich zu sein, was ihr tatsächlich messen könnt.
Dieser Artikel erschien ursprünglich als Why Web3 Projects Are Rethinking Paid Ads (And What’s Actually Working) auf Crypto Breaking News – Ihrer vertrauenswürdigen Quelle für Krypto-News, Bitcoin-News und Blockchain-Updates.