X verstärkte Richtlinien für bezahlte Inhalte wurden fälschlicherweise als Verbot von Krypto-Werbung missverstanden! Bei genauerer Analyse der Bestimmungen – gibt es tatsächlich ein Verbot?

X hat keine Kryptowährungswerbung verboten, sondern die Bezahlpartnerschafts- und Offenlegungsmechanismen verstärkt, um die Marketingregeln transparenter zu machen. In Europa, Amerika und Australien sind Finanzwerbungen weiterhin streng verboten.

Die Community-Panik entsteht durch Missverständnisse in der Informationsinterpretation. Die offizielle Stellungnahme von X klärt, dass es keine neuen Verbote gibt

Kürzlich gab es in der Kryptowährungsgemeinschaft (Crypto Twitter) Gerüchte, dass die Plattform X alle Kryptowährungswerbung und bezahlte Promotionen vollständig verbietet. Viele Meinungsführer (KOLs) und Investoren befürchten, dass dies zu einer Welle von Kontosperrungen führt und das goldene Zeitalter des Krypto-Marketings beendet.

Doch anhand genauer Nachforschungen und historischer Archivvergleiche handelt es sich um ein Missverständnis, das durch eine Aktualisierung der Transparenzpolitik ausgelöst wurde. Tatsächlich hat X am 1. März 2026 kein neues Verbot für die Kryptoindustrie erlassen. Die entsprechenden Einschränkungen in der „Paid Partnerships Policy“ (Bezahlpartnerschaften) gab es bereits seit Juni 2024. Die aktuellen Änderungen betreffen vor allem die technische Kennzeichnung und Offenlegung, um die Transparenz der Plattforminhalte zu erhöhen.

Historische Archive zeigen, dass die Policy-Seite von X bereits 2024 Kryptowährungen, Kredite, Investmentdienstleistungen und andere Finanzprodukte als ungeeignete bezahlte Partnerschaften auflistete. Der Auslöser für die Panik ist vor allem die jüngste Aussage von Nikita Bier, dem Produktverantwortlichen von X, sowie die Einführung des neuen „Paid Partnership“-Labels.

Bildquelle: X/@nikitabier X hat das neue Label für bezahlte Partnerschaften (Paid Partnership) eingeführt

Obwohl einige Analysten wie DeFi Ignas vermuten, dass X seine Werberichtlinien anpasst und Finanzprodukte aus bestimmten Verbotslisten entfernt, zeigt die aktuelle offizielle Regelung, dass X eine bedingt offene Strategie verfolgt. Für die meisten Nutzer bedeutet dies, dass X die bereits bestehenden Compliance-Anforderungen ernst nimmt: Alle Content-Ersteller, die eine Vergütung erhalten, müssen dies mit offiziellen Tools kennzeichnen. Damit ändert sich das bisher vage Marketingmodell.

Werberichtlinien und Bezahlpartnerschaften werden entkoppelt, transparente Kennzeichnungssysteme eingeführt

Der Kern der aktuellen Policy-Änderung bei X liegt in der Erhöhung der Transparenz. Produktverantwortlicher Nikita Bier betont, dass nicht offengelegte Promotionen das Vertrauen in die Plattform schädigen und die Nutzer misstrauisch machen. Daher wurde das „Paid Partnership“-Label eingeführt.

Laut den neuen Vorgaben müssen Content-Ersteller beim Posten von Beiträgen, die durch Marken finanziert, vergütet oder incentiviert sind, die entsprechende Option in den Einstellungen aktivieren. Nach Aktivierung erscheint oben im Beitrag automatisch der Hinweis „Paid Partnership“. Dieses System soll den Followern klar machen, welche Inhalte echte Meinungen sind und welche kommerzielle Beziehungen haben. Es soll die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sichern und Transparenz gegenüber den Nutzern gewährleisten.

X versteht Bezahlpartnerschaften sehr breit. Neben direkten Geldzahlungen umfasst die Regelung auch:

  1. Geschenke oder kostenlose Dienstleistungen vom Markeninhaber;
  2. Sachleistungen oder andere nicht-monetäre Gegenleistungen;
  3. Verkaufsprovisionen durch Affiliate-Links oder Rabattcodes;
  4. Geschäftsvereinbarungen, z.B. Markenbotschafter.

X betont, dass die Policy für Content-Ersteller (Paid Partnerships) unabhängig von der klassischen X-Werbungspolitik (X Ads) ist. Das bedeutet, dass bestimmte sensible Inhalte, die in den Creator-Posts verboten sind, in offiziellen Werbekampagnen erlaubt sein könnten.

Dieses duale Management spiegelt den Versuch wider, Nutzererfahrung und Werbeeinnahmen in Balance zu halten. Content-Ersteller sind verantwortlich, alle gesetzlichen Vorgaben, inklusive der FTC-Richtlinien zu Testimonials und Endorsements, einzuhalten.

Klare gesetzliche Grenzen: Finanzwerbung in Europa, USA und Australien weiterhin streng verboten

Obwohl die globale Policy von X scheinbar eine Lockerung bei Finanzwerbung andeutet, bleiben in bestimmten Rechtssystemen strenge Beschränkungen bestehen. Laut regionalen Vorgaben in der EU, Großbritannien und Australien dürfen Inhalte, die Finanzprodukte und -dienstleistungen bewerben, nur eingeschränkt veröffentlicht werden.

Dazu zählen Kredite, Investmentservices, Kryptowährungen und BNPL-Angebote. Das bedeutet, dass Influencer und KOLs in diesen Regionen sicherstellen müssen, dass ihre Inhalte nicht für Nutzer in diesen Ländern sichtbar sind, um rechtliche Konsequenzen und Plattformstrafen zu vermeiden. Besonders in Großbritannien müssen alle kommerziellen Beiträge deutlich gekennzeichnet werden.

Neben Finanzprodukten umfasst die Verbotsliste auch sensible Branchen wie Erotikprodukte, Alkohol, Dating-Services, verschreibungspflichtige Medikamente, medizinische Geräte, Tabak und Waffen. Zudem wurden Produkte zur Gewichtsreduzierung sowie politische und gesellschaftliche Themen in die Verbotsliste aufgenommen.

Dies zeigt, dass X nach mehreren Fake-News-Wellen die Kontrolle über die Content-Qualität verschärft. Verstöße gegen die Richtlinien können mit abgestuften Sanktionen geahndet werden: von Entfernung der Beiträge bis hin zu temporären oder dauerhaften Kontosperrungen.

Diese strenge Durchsetzung sorgt bei vielen langjährigen Krypto-KOLs für Unsicherheit. Jeder kann Verstöße über das offizielle Meldeformular melden, auch ohne eigenes X-Konto.

Marketing-Umbruch und gesellschaftliche Debatte über Transparenz

Die Reaktion der Krypto-Community auf die Policy-Transparenz bei X ist gemischt. Befürworter meinen, dass die verpflichtende Kennzeichnung von Bezahlpartnerschaften hilft, Spam, Fake-Infos und AI-generierte Inhalte zu reduzieren, sodass echte Projekte besser sichtbar werden.

Der bekannte Analyst Benjamin Cowen sagt, dass diese Regelung 90 % der Krypto-KOLs dazu zwingen wird, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Er glaubt, dass dadurch die Praxis beendet wird, so zu tun, als ob man ein Projekt wirklich mag, um anschließend heimlich Token an Follower zu verkaufen. Das bisherige, unregulierte Marketing auf Vertrauen basierende System werde durch Xs neue Mechanismen transparent und nachvollziehbar.

Bildquelle: X/@intocryptoverse Benjamin Cowen erklärt, dass die neue Policy 90 % der Krypto-KOLs zu neuen Geschäftsmodellen zwingt

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Einige Analysten wie Rune warnen, dass es in der Praxis schwierig sei, zwischen persönlicher Empfehlung und unbezahlter Werbung zu unterscheiden. Es bestehe die Gefahr, dass die Community durch falsche Verdächtigungen großflächig verunglimpft werde, was dazu führe, dass Nutzer aus Angst vor Strafen ihre Investment-Meinungen nicht mehr teilen.

Bildquelle: X/@RuneCrypto_ Rune meint, dass es in der Praxis schwer sei, zwischen persönlicher Empfehlung und unbezahlter Werbung zu unterscheiden

Trotz der Schwankungen im Markt bleibt Elon Musk unbeirrt in seinen Plänen für X. Er kündigte an, dass das Bezahlsystem X Money in den nächsten zwei Monaten getestet wird, zunächst in den USA, später weltweit. Zudem plant X die Einführung der „Smart Cashtags“, mit denen Nutzer direkt auf der Plattform Aktien und Kryptowährungen kaufen und verkaufen können. Mit der Weiterentwicklung zum „Everything App“ wird das Marketing im Krypto-Bereich zunehmend reguliert und transparent, was unumkehrbar ist.

Weiterführende Artikel
X Money hat die interne Testphase abgeschlossen! Musk: Limitierte externe Tests in 2-3 Monaten
Smart Cashtags kommen bald, Musk will 6 Milliarden Menschen den Aktien- und Krypto-Kauf auf X ermöglichen

Original anzeigen
Disclaimer: The information on this page may come from third parties and does not represent the views or opinions of Gate. The content displayed on this page is for reference only and does not constitute any financial, investment, or legal advice. Gate does not guarantee the accuracy or completeness of the information and shall not be liable for any losses arising from the use of this information. Virtual asset investments carry high risks and are subject to significant price volatility. You may lose all of your invested principal. Please fully understand the relevant risks and make prudent decisions based on your own financial situation and risk tolerance. For details, please refer to Disclaimer.

Verwandte Artikel

Eine CEX-Umfrage: 74% der Institutionen erwarten, dass der Kryptomarkt in den nächsten 12 Monaten anziehen wird, und die Bereitschaft zur Allokation nimmt weiter zu

Trotz der Rückgänge auf dem Kryptomarkt seit letztem Jahr zeigt eine aktuelle Umfrage solide Vertrauen institutioneller Anleger. 73% planen bis 2026 ihre Allokation digitaler Vermögenswerte zu erhöhen, und 74% erwarten eine Marktbelebung in den nächsten 12 Monaten. Die meisten institutionellen Anleger bevorzugen es, über regulierte Instrumente zu investieren, und achten gleichzeitig auf regulatorische Klarheit des Marktes und Risikomanagement.

GateNews10M her

Etherscan startet die Funktion für Proxy-Vertrags-Upgrade-Verlaufsdatensätze

Etherscan hat am 18. März die Registerkarte "Historischer Proxy" eingeführt, mit der Benutzer die vollständige Upgrade-Geschichte von Proxy-Verträgen einsehen können, einschließlich Implementierungsvertragsadressen und Transaktionsaufzeichnungen. Die Funktion unterstützt die Erkennung von Upgrade-Events nach gängigen EIP-Standards und optimiert gleichzeitig den Verifizierungsprozess, wodurch der Bedarf an manueller Bestätigung reduziert wird.

GateNews2Std her

Tencent-Präsident Lau Chi-ping: KI-Investitionen dieses Jahr mindestens verdoppelt, 18 Milliarden Yuan investiert im letzten Jahr

Gate News Meldung: Am 18. März enthüllte Tencent-Präsident Lau Chi-ping, dass Tencent im letzten Jahr (2025) 18 Milliarden Yuan in neue KI-Produkte investierte und die Investitionsskala in diesem Jahr (2026) mindestens verdoppelt wird. Lau Chi-ping erklärte: „Unsere Kerngeschäfte sind sehr solide und wachsen kontinuierlich, was es uns ermöglicht, die Investitionen zu erhöhen."

GateNews3Std her

Vitalik Buterin: ZK-Technologie kann die Bedeutung von Knoten nicht ersetzen

Vitalik Buterin hat kürzlich darauf hingewiesen, dass das Konzept der Zero-Knowledge-Proofs viele Menschen in die Irre geführt hat. Er ist der Ansicht, dass das Ausführen von Knoten weiterhin von entscheidender Bedeutung ist. Benutzer müssen die Blockchain auf eine datenschutzschonende und zensurresistente Weise lesen, und die bestehenden Remote-Procedure-Call-Systeme können diese Anforderung nicht erfüllen. Er betont, dass die Zukunft von Ethereum darin liegt, die Verarbeitungskapazität einzelner Knoten zu übertreffen und ein wirklich genehmigungsfreies und engpass-freies Netzwerk zu verwirklichen.

GateNews3Std her

Wie Fan-Token Teil des Web3-Sport-Ökosystems werden

Während Gaming und Kunst eine Weile lang der Hauptfokus von Blockchain waren, hat die Welt des Sports diese stillschweigend übernommen. Heute sind wir bereits auf einer Stufe, auf der Web3-Sportökosysteme aufgebaut werden und dezentralisierte Infrastruktur zur Grundlage für Fanengagement wird. Dieser Übergang ist ein

BlockChainReporter4Std her

AppLovin-Mitgründer: KI-Agent hat die Nutzungsschwelle überschritten, Internet ist 0 zu 1, KI ist 1 zu Unendlich

Der Co-Gründer des mobilen Werbetechnologieunternehmens AppLovin, Furqan Rydhan, weist in seinem Artikel „The Age of Abundance" darauf hin, dass AI-Agenten die Nutzungsschwelle überschritten haben und die Menschheit in ein Zeitalter des Überflusses eingetreten ist. Er betont, dass die Verbesserung der KI-Qualität, die Kostensenkung und die digitale Infrastruktur die Produktivität verdoppelt haben, und ist der Ansicht, dass die zukünftig knappste Fähigkeit die Urteilskraft in Bezug auf Richtungsweisung sein wird.

GateNews4Std her
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare