Das in Großbritannien ansässige Chip-Design-Unternehmen Arm Holdings prognostizierte für das erste Quartal einen Umsatz von 1,26 Milliarden US-Dollar und bereinigte Gewinne von 40 Cent je Aktie am 6. Mai, über den Erwartungen von Wall Street, wie Reuters berichtet. Das Unternehmen profitierte von einer steigenden Nachfrage nach seinen Chip-Designs in KI-Rechenzentren.
Q1-Prognose und jüngste Entwicklung
Arms Q1-Ausblick lag über den Markterwartungen. Der Umsatz im vierten Quartal erreichte 1,49 Milliarden US-Dollar, während der Lizenzumsatz von 671 Millionen US-Dollar die Erwartungen verfehlte und der Lizenzvergütungsumsatz von 819 Millionen US-Dollar sie übertraf. Nach der Veröffentlichung der Prognose stiegen die Arm-Aktien um 12 %, fielen jedoch später im erweiterten Handel um 5,49 %, nachdem Führungskräfte Lieferengpässe für die neue AGI-CPU des Unternehmens offengelegt hatten.
AGI-CPU-Lieferung und strategischer Wandel
Arm teilte mit, dass es für 1 Milliarde US-Dollar Nachfrage nach seiner neuen AGI-CPU liefern könne, aber nicht für eine zweite Milliarde US-Dollar. Das spiegelt Arns strategischen Wandel wider: weg von seinem 35-jährigen Lizenzmodell hin zum Verkauf eigener Silizium-Produkte. Die AGI-CPU ist die erste Chip-Veräußerung, die unter Arns eigenem Design erfolgt, und bringt das Unternehmen von der Lizenzierung von Chip-Technologie hin zu Verkäufen von direktem Silizium an andere Unternehmen – ein Weg, der näher an Server-Chip-Anbieter wie Intel und AMD in Rechenzentren heranführt.
Meta, das Mutterunternehmen von Facebook und Instagram, ist der führende Partner für die AGI-CPU und plant, in diesem Jahr bis zu 135 Milliarden US-Dollar für Investitionsausgaben auszugeben. Zu den weiteren Kunden zählen OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, sowie SAP, der deutsche Anbieter für Unternehmenssoftware. Arm strebt bis 2031 einen Silizium-Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr an, ein Ziel, das über den rund 4,91 Milliarden US-Dollar liegt, die Wall Street für Arm im aktuellen Geschäftsjahr erwartet.
Wettbewerbspositionierung und Energieeffizienz
Mit dem Einstieg in Chip-Verkäufe könnte Arm mit einigen seiner größten Lizenzkunden und -partner konkurrieren und sich von seiner langjährigen neutralen Rolle in der Branche entfernen. Energieeffizienz ist ein entscheidender Faktor für Käufer wie Meta, bei dem Elektrizität als „sehr knappe Ressource“ beschrieben wird. Arm sagt, die AGI-CPU liefere etwa die doppelte Performance pro Watt im Vergleich zu einer x86-Rackkonfiguration, einer Standard-Servereinrichtung, die auf der Chip-Architektur basiert, die von Intel und AMD genutzt wird. Diese Fähigkeit könnte die laufenden Kosten für KI-Infrastruktur senken.
Für Hyperscaler – große Cloud- und Internetunternehmen, die riesige Rechenzentren betreiben – bietet der Chip eine weitere Option neben servern auf Intel- oder AMD-Basis. Der Vorstoß passt zudem zu einer breiteren Entwicklung hin zu CPU-schweren „agentischen KI“-Workloads, bei denen KI-Systeme mehr Autonomie haben und mehrstufige Aufgaben selbstständig übernehmen.