Bank of America warnt vor Drei-Wellen-Korrektur des S&P 500, Ziel bei 6850 Punkten, Rückgang um 7%.

Paul Ciana, Managing Director und Leiter der globalen Technologiestrategie bei der Bank of America (BofA), veröffentlichte am 26. Juni einen Kundenbericht, in dem er warnte, dass der S&P 500 im Zeitraum Juli bis September einer Drei-Wellen-Korrektur (ABC) gegenübersteht. Sollte sich das Muster wie erwartet entwickeln, ziele der Index auf 6.850 Punkte ab, was einem Rückgang von etwa 7 % gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht.

Drei technische Signale, die die Warnung der Bank of America auslösten

Das technische Strategieteam der BofA führte in seinem Bericht vom 26. Juni die folgenden drei Beobachtungen auf:

Momentum-Preis-Divergenz: Der S&P 500 ist seit seinem Tief im März um fast 17 % gestiegen, aber zum letzten Freitag vor Veröffentlichung des Berichts lag der 14-Tage-RSI bei etwa 49, deutlich unter dem Niveau zum Höchststand dieser Rally, was eine abschwächende Divergenz des Momentums darstellt.

TD-Sequenz „Rote 13“: Das am 1. Juni aufgetretene TD-Sequenz-Signal repräsentiert im technischen Rahmen der BofA, dass die Dynamik des aktuellen Aufwärtstrends nachlässt.

Vierte Elliott-Welle: Am 10. Juni fiel der S&P 500 auf 7.334 Punkte, was die BofA als vierte Welle im Elliott-Wellen-Modell identifizierte und als Vorbote einer späteren Korrektur betrachtet.

Ciana erklärte in dem Bericht: „Wenn ein neues Hoch nahe 7.741 Punkten erreicht wird, seien Sie vorsichtig, da dies eine ‚Bullenfalle‘ sein könnte, die mit einem sich ausweitenden Seitwärtsmuster übereinstimmt.“

BofAs ABC-Korrektur-Rahmen: Basis der 6.850-Punkte-Berechnung und Erwartung einer Erholung im Q4

Die BofA verwendet den „ABC-Korrektur“-Rahmen der Elliott-Wellen-Theorie, der drei aufeinanderfolgende Phasen beschreibt: von einem Tiefpunkt aus, Erholung zu einem Hoch, erneuter Rückgang. Sollte der endgültige Rückgang auf 6.850 Punkte erfolgen, entspricht dies einem Rückgang von etwa 7 % gegenüber dem aktuellen Niveau. Cianas Bericht erläutert, dass das technische Strategieteam der BofA weiterhin eine Erholung im Q4 erwartet, die Korrekturphase könnte sich jedoch bis Oktober hinziehen.

Die BofA stellte zudem klar, dass diese Warnung auf einer technischen Analyse basiert und keine makroökonomische Prognose zu Unternehmensgewinnen oder Wirtschaftsaktivität darstellt. Sie wies darauf hin, dass aufgrund der Konzentration der S&P-500-Komponenten auf wenige große Technologieunternehmen die Auswirkungen einer technischen Korrektur auf den Index größer sein könnten als der historische Durchschnitt in Zeiten breiter gestreuter Komponenten.

Ergänzende Warnung von David Laut von Kerux Financial und Kevin Warshs Rede in Sintra

David Laut, Chief Investment Officer von Kerux Financial, sagte in einem Interview mit InvestmentNews, dass die Marktvolatilität im Juni nur die „Spitze des Eisbergs“ sei. Laut führte drei Faktoren an – überhöhte Bewertungen, geopolitische Unsicherheiten und geringe Handelsvolumina im Sommer – und warnte vor einer möglichen Korrektur von 10 % bis 20 %. Er wies darauf hin, dass der August normalerweise ein schwacher Monat an den Aktienmärkten sei und es in den letzten Jahren jeweils Korrekturen gegeben habe. Laut empfiehlt Anlegern, Technologieaktien (Mag 7) unterzugewichten und in Small Caps, internationale Aktien und Value-Aktien zu diversifizieren.

Fed-Chef Kevin Warsh ist für Mittwoch für eine Rede auf dem EZB-Forum in Sintra, Portugal, vorgesehen. Die BofA und mehrere Analysten weisen darauf hin, dass jede Äußerung von Warsh zu den Zinserwartungen der US-Notenbank ein entscheidender Datenpunkt für die Beurteilung der Richtung der aktuellen technischen Korrektur sei.

Häufig gestellte Fragen

Welches erwartete Zeitfenster deckt das von der Bank of America gesetzte Ziel von 6.850 Punkten ab?

In dem am 26. Juni 2026 veröffentlichten Bericht von Paul Ciana liegt das erwartete Korrekturzeitfenster zwischen Juli und September, falls sich die Korrekturphase verlängert, könnte sie bis Oktober andauern. Das technische Strategieteam der BofA erwartet weiterhin eine Erholung im Q4, wobei die Korrektur vor diesem Quartal endet.

Stellt die Warnung der BofA eine pessimistische Einschätzung der US-Wirtschaft dar?

Der Bericht der BofA stellt klar, dass diese Warnung auf technischen Indikatoren basiert und keine pessimistische Prognose zu Unternehmensgewinnen oder makroökonomischer Aktivität darstellt. Cianas Analyse bezieht sich auf die Verschlechterung der Marktdynamik und technischer Signale, nicht auf eine negative Voreinschätzung der Fundamentaldaten.

Wann findet die Rede von Kevin Warsh in Sintra statt und warum beobachtet der Markt sie?

Fed-Chef Kevin Warsh ist für Mittwoch (konkret im Rahmen des EZB-Forums in Sintra) zu einer Rede vorgesehen. Analysten von BofA und Kerux Financial weisen darauf hin, dass jede Aussage von Warsh zu den Zinserwartungen der Federal Reserve ein wichtiger Anhaltspunkt zur Beurteilung ist, ob der Inflationsdruck zunimmt und welche Auswirkungen dies auf das Ausmaß der Marktkorrektur hat.

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