Europäische Banken warnen vor strengeren Regeln für außerbörslichen Handel

Die Association for Financial Markets in Europe, die Banken wie Deutsche Bank, Crédit Agricole und Santander sowie Handelsfirmen wie Citadel Securities und Jane Street vertritt, drängt die Regulierungsbehörden, die Regeln für den außerbörslichen Aktienhandel nicht zu verschärfen. Die Branchenorganisation argumentiert, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Rückgang der Aktivität an traditionellen Börsen die Preisfindung beeinträchtigt habe. Die Warnung erfolgt, während die europäischen Aktienmärkte eine Abkehr vom kontinuierlichen Handel an öffentlichen Börsen erleben, wobei mehr Volumen in Schlussauktionen und außerbörsliche Kanäle verlagert wird, wo Preise möglicherweise nicht immer öffentlich angezeigt werden. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlichte im April eine Studie zur Aktienmarktstruktur und brachte die Möglichkeit gesetzgeberischer oder regulatorischer Maßnahmen ins Spiel, um den anhaltenden Rückgang des börslichen Aktienhandels zu adressieren. Die Finanzministerien der sechs größten Volkswirtschaften Europas haben Schritte vorgeschlagen, um das Wachstum des Handels innerhalb von Investmentbanken und proprietären Handelsfirmen zu begrenzen.

AFME warnt: Strengere Regeln könnten Liquidität verringern

Die Association for Financial Markets in Europe warnte, dass neue Beschränkungen die Liquidität verringern, die Wahlmöglichkeiten der Anleger einschränken und die Endanleger schlechter stellen könnten. Der Streit dreht sich darum, wie die europäischen Aktienmärkte mit der Abkehr vom kontinuierlichen Handel an öffentlichen Börsen umgehen sollten. Seit mehreren Jahren findet ein geringerer Anteil des Handels tagsüber an traditionellen Handelsplätzen statt, während mehr Volumen in Schlussauktionen und außerbörsliche Kanäle verlagert wird.

Banken und Market Maker argumentieren, dass alternative Ausführungskanäle die Ergebnisse für Anleger verbessern können, insbesondere wenn sie Liquidität oder bessere Preise bieten als die auf öffentlichen Auftragsbüchern verfügbaren. Peter Tomlinson, Leiter des Aktienhandels bei der AFME, sagte, dass sowohl Brüssel als auch London darauf fokussiert seien, die Märkte global wettbewerbsfähiger zu machen und die Regulierung zu vereinfachen. Tomlinson sagte, dass zusätzliche Regeln oder die Beschränkung, wie und wo Anleger handeln, diese Ziele wahrscheinlich nicht unterstützen würden.

ESMA veröffentlichte im April eine Studie zur Aktienmarktstruktur

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlichte im April eine Studie zur Aktienmarktstruktur und brachte die Möglichkeit gesetzgeberischer oder regulatorischer Maßnahmen ins Spiel, um den anhaltenden Rückgang des börslichen Aktienhandels zu adressieren. Die Regulierungsbehörde bezeichnete den Trend nicht als automatisch alarmierend. Ihre Sorge ist, dass die europäischen Märkte, falls das Muster anhält, stärker von weniger transparenten oder weniger zugänglichen Handelsmechanismen abhängig werden könnten.

Die Sorge der Regulierungsbehörde ist, ob genügend Aktivität auf öffentlichen Börsen sichtbar bleibt, um zuverlässige Referenzpreise zu schaffen. Wenn zu viel Liquidität in private Kanäle abfließt, könnte der angezeigte Markt dünner werden, wodurch öffentliche Preise weniger repräsentativ für das tatsächliche Angebot und die Nachfrage werden. Diese Sorge hat politische Unterstützung von den Finanzministerien erhalten.

Finanzministerien schlugen strengere Transparenzanforderungen vor

Die Finanzministerien der sechs größten Volkswirtschaften Europas haben Schritte vorgeschlagen, um das Wachstum des Handels innerhalb von Investmentbanken und proprietären Handelsfirmen zu begrenzen. Ihre Vorschläge umfassten strengere Transparenzanforderungen und eine Regel, dass Privatkundenaufträge nur dann außerhalb öffentlicher Börsen abgewickelt werden sollten, wenn das Unternehmen einen besseren Preis als der Börsenmarkt bieten kann.

Der politische Kampf dreht sich um das Gleichgewicht zwischen Transparenz und Ausführungsqualität. Regulierungsbehörden wünschen sich eine stärkere öffentliche Preisfindung, während Banken und Handelsfirmen argumentieren, dass die Einschränkung des außerbörslichen Handels die Liquidität verringern und die Ausführung für Anleger teurer machen könnte. Die AFME sagte, dass jede zukünftige Maßnahme evidenzbasiert sein sollte, und warnte davor, die Wahlmöglichkeiten der Anleger darüber, wo Geschäfte ausgeführt werden, einzuschränken.

FAQ

Wovor warnte die AFME die Regulierungsbehörden in Bezug auf Regeln für den außerbörslichen Handel?

Die Association for Financial Markets in Europe warnte die Regulierungsbehörden davor, die Regeln für den außerbörslichen Aktienhandel zu verschärfen, und argumentierte, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Rückgang der Aktivität an traditionellen Börsen die Preisfindung beeinträchtigt habe. Die AFME sagte, dass neue Beschränkungen die Liquidität verringern, die Wahlmöglichkeiten der Anleger einschränken und die Endanleger schlechter stellen könnten.

Was veröffentlichte die ESMA im April in Bezug auf die Aktienmärkte?

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlichte im April eine Studie zur Aktienmarktstruktur und brachte die Möglichkeit gesetzgeberischer oder regulatorischer Maßnahmen ins Spiel, um den anhaltenden Rückgang des börslichen Aktienhandels zu adressieren. Die Sorge der Regulierungsbehörde ist, dass die europäischen Märkte, falls das Muster anhält, stärker von weniger transparenten oder weniger zugänglichen Handelsmechanismen abhängig werden könnten.

Was schlugen die Finanzministerien der größten Volkswirtschaften Europas vor?

Die Finanzministerien der sechs größten Volkswirtschaften Europas schlugen Schritte vor, um das Wachstum des Handels innerhalb von Investmentbanken und proprietären Handelsfirmen zu begrenzen. Ihre Vorschläge umfassten strengere Transparenzanforderungen und eine Regel, dass Privatkundenaufträge nur dann außerhalb öffentlicher Börsen abgewickelt werden sollten, wenn das Unternehmen einen besseren Preis als der Börsenmarkt bieten kann.

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