
Der globale Vermögensverwalter Franklin Templeton hat am 18. Juni beim U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) zwei neue ETF-Anträge eingereicht. Geplant ist ein neuartiges Anlageprodukt, das traditionelle Aktienrenditen mit einer Bitcoin-Exponierung kombiniert. Der Fonds wird Aktien börsennotierter US-Unternehmen halten; Anleger können weiterhin von Dividenden der jeweiligen Unternehmen profitieren. Der Unterschied besteht darin, dass der Fonds die empfangenen Bardividenden in bitcoinbezogene Vermögenswerte umwandeln will.
Laut den bei der SEC eingereichten Antragsunterlagen besteht der Kern der beiden ETF-Designs diesmal darin, dass der Fonds Aktien börsennotierter US-Unternehmen hält (die Aktienbestände der Anleger und die Dividendenquelle bleiben unverändert); die erhaltenen Bardividenden werden nicht wie bei einem traditionellen Vorgehen erneut in Aktien investiert, sondern in bitcoinbezogene Investmentpositionen umgewandelt (über bereits genehmigte Bitcoin-ETFs oder regulatorisch konforme Instrumente); zusätzliche Erträge werden fortlaufend in den bitcoinbezogenen Vermögenswerten akkumuliert. Dieses Design ermöglicht es Anlegern, während sie ihre Kernposition in Aktien beibehalten, ihre Bitcoin-Allokation Schritt für Schritt über bestehende Cashflows aufzubauen.
Laut der Beschreibung in den Antragsunterlagen soll Franklins Templetons neuer ETF die Bitcoin-Exponierung voraussichtlich über „bereits genehmigte Bitcoin-ETFs oder andere Instrumente, die regulatorischen Vorgaben entsprechen“ erreichen und nicht auf Fondsebene direkt Bitcoin-Spot halten. Dieses Design erlaubt es dem Fonds, innerhalb einer Compliance-Struktur eine Bitcoin-Exponierung umzusetzen, was zum Hintergrund passt, dass sich der US-Markt für Spot-Bitcoin-ETFs schrittweise weiterentwickelt.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung warten die beiden von Franklin Templeton eingereichten ETF-Anträge noch auf die Prüfung durch die SEC und es gibt noch keinen Zeitplan für die Zulassung zum Handel. Falls die Genehmigung letztlich erfolgt, wird es am Markt wenige ETF-Produkte geben, die sowohl Dividendenrenditen als auch einen Bitcoin-Aufbau-Mechanismus kombinieren.
Dieser Antrag ist zudem ein weiteres aktuelles Beispiel dafür, wie große Vermögensverwaltungsgesellschaften nach der Reife des Spot-Bitcoin-ETF-Marktes weiter neue Produktformen erforschen, die traditionelle Finanzwerte und digitale Vermögenswerte miteinander verbinden.
Laut der Erläuterung in den SEC-Antragsunterlagen hält der Fonds selbst möglicherweise nicht direkt Bitcoin-Spot, sondern er erhält die entsprechende Exponierung über bereits genehmigte Bitcoin-ETFs oder andere Instrumente, die regulatorischen Vorgaben entsprechen. Welche konkreten Tools und in welchen Anteilen verwendet werden, könnte sich vor einer formellen Genehmigung zum Börsenhandel noch im Status „ausstehend“ oder „zur Überarbeitung“ befinden.
Traditionelles DRIP investiert die Bardividenden erneut in die ursprünglichen Aktien- oder Fondspositionen, um die Anzahl der gehaltenen Anteile zu erhöhen und den Effekt der langfristigen Zinseszinsen zu verbessern. Bei dem neuen, von Franklin Templeton beantragten Aufbau werden die Dividendeneinnahmen hingegen in bitcoinbezogene Investmentpositionen umgewandelt, sodass Bitcoin und nicht die ursprünglichen Aktien das Zielvermögen für die Wiederanlage der Dividenden ist.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung sind beide ETFs noch nicht von der SEC genehmigt und befinden sich weiterhin im Prüfverfahren. Die Prüfzeit der SEC hängt in der Regel von der Vollständigkeit des Antrags und dem Stand der regulatorischen Prüfung ab; derzeit gibt es noch keinen öffentlich angekündigten Zeitplan für eine Genehmigung.
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