Knaken stellt den Betrieb ein, friert das Vermögen von 30.000 Kunden ein, die niederländische Staatsanwaltschaft leitet strafrechtliche Ermittlungen ein.

BTC-1,75%
ETH-0,62%

Die niederländische Staatsanwaltschaft hat am 1. Juli beim Gericht in Rotterdam den Antrag auf Insolvenz der Krypto-Plattform Knaken Cryptohandel und des verbundenen Unternehmens Stichting Knaken Payments gestellt. Knaken hat den Betrieb Anfang Juni eingestellt, sodass etwa 30.000 Kunden keinen Zugriff auf ihre Kryptowerte mehr haben. Am selben Tag leitete die Finanz- und Ermittlungsbehörde (FIOD) ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen möglicher Rechtsverstöße ein.

Rechtliche Grundlage des Insolvenzantrags und Verfahren zur Vermögensverwertung

Sollte das Gericht in Rotterdam dem Antrag stattgeben, übernimmt der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter das gesamte Vermögen von Knaken und entscheidet rechtskonform, welcher Anteil und auf welche Weise den Kunden und anderen Gläubigern zurückerstattet werden kann. Die niederländische Staatsanwaltschaft erklärte, sie werde sich nicht in das Verfahren des Insolvenzverwalters einmischen.

Der Antrag ist auf folgende Gründe zurückzuführen: Knaken hat die Auszahlungen an Kunden eingestellt und die Kunden aufgefordert, keine Schadensersatzforderungen zu stellen. Der Staatsanwalt äußerte „große Bedenken“ hinsichtlich der mangelnden Ordnung des von der Gesellschaft selbst durchgeführten Liquidationsverfahrens. Zudem hatte die AFM bereits Warnungen ausgesprochen und Aufsichtsbeschwerden erhalten.

Aktueller Stand der strafrechtlichen Ermittlungen der FIOD und Abgrenzung zu Zivilverfahren

Das strafrechtliche Ermittlungsverfahren der FIOD beruht auf Signalen und Beschwerden von Aufsichtsbehörden und zielt darauf ab, mögliche Rechtsverstöße aufzuklären. Am Montag durchsuchten die Ermittler Räumlichkeiten von Knaken, beschlagnahmten Laptops und Mobiltelefone und zogen Vermögenswerte der Gesellschaft ein. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde niemand festgenommen. Die niederländische Staatsanwaltschaft betonte, dass der zivilrechtliche Insolvenzantrag und das strafrechtliche Ermittlungsverfahren von verschiedenen Teams getrennt bearbeitet werden und die Verfahren voneinander unabhängig sind.

Ablauf der MiCA-Übergangsfrist: Rechtsstatus nicht genehmigter Plattformen

Die EU-MiCA-Übergangsfrist endete am 1. Juli 2026 offiziell. Seitdem dürfen Plattformen ohne MiCA-Lizenz Kunden in der EU keine Kryptodienstleistungen mehr legal anbieten. Die Niederlande hatten die nationale Übergangsfrist bereits vor einem Jahr vorzeitig beendet.

Knaken verfügte nie über eine von der AFM geforderte Lizenz. Die von ihr angebotenen Umtauschdienste Euro gegen BTC, ETH sowie die Verwahrung von Kryptowerten fallen alle unter den Anwendungsbereich von MiCA. Analysten weisen darauf hin, dass der Markt nach der Verschärfung von MiCA unter Konsolidierungsdruck stehe. Derzeit haben EU-weit nur etwa 200 Unternehmen eine vollständige MiCA-Lizenz erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Welches rechtliche Mechanismus liegt dem Insolvenzantrag der niederländischen Staatsanwaltschaft „im öffentlichen Interesse“ zugrunde?

Das niederländische Recht erlaubt es der Staatsanwaltschaft, auf zivilrechtlichem Wege aus Gründen des „öffentlichen Interesses“ die Insolvenz eines Unternehmens zu beantragen, selbst wenn die betroffenen Kunden keinen eigenen Antrag gestellt haben. Dieser Mechanismus dient dem Schutz kollektiver Interessen, im vorliegenden Fall dem Schutz der rund 30.000 Knaken-Kunden, die nicht auf ihre Kryptowerte zugreifen können.

Wie können Knaken-Kunden nach der Übernahme durch den Insolvenzverwalter ihre Vermögenswerte zurückfordern?

Wenn das Gericht dem Antrag zustimmt, übernimmt der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter das Vermögen von Knaken und entscheidet nach rechtlicher Bewertung, welcher Anteil und auf welche Weise den Kunden und anderen Gläubigern zurückerstattet werden kann. Die niederländische Staatsanwaltschaft erklärte, sie werde sich nicht in dieses Verfahren einmischen. Die konkreten Rückforderungsmechanismen und der Zeitplan hängen von der Entscheidung des Insolvenzverwalters ab und wurden zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht bekannt gegeben.

Gab es vor dem Insolvenzantrag öffentlich bekannte Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten bei Knaken?

Laut einem Bericht des niederländischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders NOS beschrieb Knaken in seinem Jahresbericht 2024 seine finanzielle Lage selbst als „fragil“. Zudem hatte Knaken niederländische Fußballvereine wie Ajax, Feyenoord und Sparta Rotterdam gesponsert. Ajax beendete den Vertrag bereits nach zwei Monaten, und Feyenoord beendete die Zusammenarbeit ebenfalls im vergangenen Jahr – beides noch vor der Betriebseinstellung des Unternehmens.

Disclaimer: The information on this page may come from third-party sources and is for reference only. It does not represent the views or opinions of Gate and does not constitute any financial, investment, or legal advice. Virtual asset trading involves high risk. Please do not rely solely on the information on this page when making decisions. For details, see the Disclaimer.
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare