Zwei US-Senatoren haben die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aufgefordert, den kryptowährungsbasierten Prognosemarkt Polymarket zu untersuchen, nachdem Vorwürfe laut wurden, das Unternehmen habe irreführendes Social-Media-Marketing eingesetzt, um Nutzer anzulocken. Die überparteiliche Anfrage erhöht den regulatorischen Druck auf die Plattform, während die Überprüfung von Prognosemärkten in den Vereinigten Staaten weiter zunimmt.
Die Senatoren John Curtis aus Utah und Adam Schiff aus Kalifornien sandten einen Brief an CFTC-Vorsitzenden Michael Selig, in dem sie die Behörde aufforderten, zu prüfen, ob Polymarkets Marketingpraktiken gegen Bundesrecht oder die Regeln der Aufsichtsbehörde verstoßen haben. Die Abgeordneten erklärten, dass das berichtete Verhalten Fragen aufwerfe, ob die Plattform in einer Weise arbeitet, die mit einem legitimen Finanzmarkt vereinbar ist, anstatt spekulatives Glücksspiel zu fördern.
Fragen zu Werbepraktiken
Die Anfrage folgt auf Berichte, die besagen, dass Polymarket Social-Media-Ersteller bezahlt hat, um Videos mit inszenierten Trades und übertriebenen Gewinnen zu produzieren. Den Vorwürfen zufolge verwendeten einige Ersteller Nachbildungen der Plattform, veraltetes Material oder manipulierte Schlagzeilen, um den Zuschauern den Eindruck zu vermitteln, dass Nutzer erhebliche Renditen erzielt hätten. Viele der Werbebeiträge haben angeblich nicht offengelegt, dass die Ersteller vergütet wurden.
Die Senatoren argumentierten, dass solche Taktiken Verbraucher, insbesondere jüngere Zielgruppen, über die mit dem Handel auf Prognosemärkten verbundenen Risiken in die Irre führen könnten. Sie baten die CFTC außerdem klarzustellen, ob eine aktive Untersuchung des Unternehmens läuft und ob das mutmaßliche Verhalten gegen bestehende Vorschriften verstößt.
Die jüngste Kontroverse kommt trotz Polymarkets langjähriger Beschränkungen für die Bedienung von US-Kunden nach einer regulatorischen Einigung im Jahr 2022. Obwohl das Unternehmen unter überarbeiteten regulatorischen Vereinbarungen Schritte in Richtung eines begrenzten US-Marktzugangs unternommen hat, zieht seine Offshore-Plattform weiterhin erhebliche globale Handelsaktivitäten an.
Breiterer regulatorischer Druck
Die Anfrage erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Prognosemärkte zunehmend Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden, Gesetzgebern und Verbraucherschützern erhalten. Mehrere Rechtsstreitigkeiten sind bereits im Gange, darüber, ob ereignisbasierte Verträge als Finanzderivate reguliert oder als nicht genehmigte Sportwettenprodukte behandelt werden sollten.
Getrennt davon haben Verbraucherschützer die Werbepraktiken von Polymarket angefochten und argumentiert, dass Werbekampagnen finanzielle Risiken heruntergespielt und gleichzeitig potenzielle Gewinne betont hätten. Polymarket hat zuvor erklärt, dass es sich für faire und transparente Märkte einsetzt, und hat mitgeteilt, dass es nach den Vorwürfen seine Werbeinhalte überprüft.