Laut einer Untersuchung des unabhängigen Medienanbieters Proekt haben russische Oligarchen und staatseigene Banken von einem Schatten-Finanzsystem profitiert, das im Milliardenbereich liegt und Kryptowährungen nutzt, um westliche Sanktionen zu umgehen. Das System verarbeitet rund 2 Milliarden US-Dollar im täglichen Außenhandel und hat es Russland ermöglicht, trotz finanzieller Isolation Waren zu importieren.
A7, Russlands größter Zahlungsdienstleister, der mehrheitlich dem moldawischen Oligarchen Ilan Shor gehört, spielt eine zentrale Rolle. Das Unternehmen arbeitet mit der staatseigenen PSB-Bank zusammen und hat seit dem Start seines rubelgebundenen Stablecoins A7A5 Anfang 2025 Transaktionen im Umfang von über 100 Milliarden US-Dollar abgewickelt. A7A5 macht mittlerweile nahezu die Hälfte des Marktes für Nicht-US-Dollar-Stablecoins aus. Laut Proekt könnte der Milliardär Roman Abramovich als „Dach“ (Anbieter von Schutz und Sponsoring) für die Operation fungieren, obwohl seine Vertrauten eine direkte Beteiligung bestreiten. A7 kontrolliert etwa 20% der russischen grenzüberschreitenden Überweisungen und arbeitet über mehr als 20 Scheinfirmen weltweit, wodurch das Unternehmen der größte Akteur in diesem Markt ist.