Laut Kim Hak-kyun, Leiter des Forschungszentrums bei Shinhan Securities, hat der südkoreanische KOSPI-Index kürzlich erstmals seit seinem Start beider Indizes bei 100 im Januar 1980 den US-amerikanischen S&P 500 überholt. Der KOSPI liegt nun bei etwa 8.000, während der S&P 500 über 7.000 notiert. Trotz dieses Meilensteins werden koreanische Unternehmen mit einem erheblichen Abschlag gehandelt: Über die Hälfte der börsennotierten Unternehmen weist ein Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) unter 1 auf, was darauf hindeutet, dass die Marktbewertungen unter den Liquidationswerten der Unternehmen liegen.
Kim führte die Bewertungslücke auf schwache Ertragsrenditen zurück. Er verwies auf Unternehmen, die trotz beträchtlicher angesammelter Kapitalreserven nur eine Eigenkapitalrendite (ROE) von 3–4 % erzielen. Dies bezeichnete Kim als „Wertvernichtung“, da es den Anlegern keine besseren Renditen als Bankeinlagen biete. Kim betonte, dass reife Unternehmen entweder Kapital durch Dividenden ausschütten, Aktienrückkäufe zur Steigerung des ROE durchführen oder den Aktionären klare Wachstumspläne vorlegen sollten.