Börsennotierter Bergbauunternehmer „Bitdeer Technologies“ veröffentlichte kürzlich einen Wochenproduktionsbericht, der zeigt, dass das Unternehmen bis zum 20. Februar alle seine gehaltenen Coins verkauft hat und keine Bitcoins mehr auf der Bilanz hat.
Dieses an der NASDAQ gelistete Kryptowährungs-Mining-Unternehmen (US-Aktienkürzel: BTDR) enthüllte im Bericht, dass die Firma in der vergangenen Woche 189,8 Bitcoins abgebaut und vollständig verkauft hat; gleichzeitig wurden auch die verbleibenden 943,1 Bitcoins auf der Bilanz verkauft und in bar umgesetzt. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Daten keine Vermögenswerte umfassen, die Kunden auf der Plattform deponiert haben.
Wenn man die jüngsten finanziellen Entwicklungen von Bitdeer betrachtet, ist diese „Abverkaufsaktion“ eigentlich schon länger vorhersehbar gewesen und hat sich in den letzten Wochen deutlich beschleunigt. Ende letzten Jahres hielt das Unternehmen noch etwa 2.000 Bitcoins; bis Ende Januar dieses Jahres war die Menge auf etwa 1.530 Bitcoins gesunken; bis zum 13. Februar schrumpfte sie weiter auf 943,1 Bitcoins, wobei in dieser Woche 183,4 Bitcoins abgebaut und 179,9 Bitcoins verkauft wurden, was ungefähr dem Muster „so viel abbauen, so viel verkaufen“ entspricht.
In der letzten Woche jedoch entschied sich Bitdeer, alle verbleibenden Bitcoins auf einmal zu verkaufen und die restlichen Vermögenswerte vollständig zu liquidieren.
Der Zeitpunkt dieses groß angelegten Cash-outs ist äußerst bemerkenswert. Erst vor wenigen Tagen kündigte Bitdeer die Emission von Wandelanleihen im Umfang von 325 Millionen US-Dollar an und sammelte durch eine Private-Equity-Placement 43,5 Millionen US-Dollar ein.
Hinter diesen intensiven Finanzierungsmaßnahmen steht offenbar die dringende Notwendigkeit, den Ausbau der Rechenzentren voranzutreiben und die enormen Kapitalbedarfe für die Transformation des Konzerns in den Bereich Künstliche Intelligenz (KI) zu decken.
Diese „Null-Bitcoin“-Strategie von Bitdeer wirkt unter den börsennotierten Bergbauunternehmen besonders auffällig. Laut Daten von Bitcoin Treasuries hält der Wettbewerber MARA Holdings derzeit noch etwa 53.250 Bitcoins; Riot Platforms besitzt ebenfalls rund 18.000 Bitcoins. In der Mining-Branche ist es zwar üblich, dass Bergbauunternehmen für Betriebskosten oft „Net Seller“ sind, aber die vollständige Ausschöpfung der Reserven eines Unternehmens ist äußerst selten.
Bitdeers extreme Strategie spiegelt in gewisser Weise auch die aktuellen harten Herausforderungen wider, vor denen die Bitcoin-Mining-Industrie steht. Bei der jüngsten Anpassung stieg die Mining-Difficulty um 14,7 %; gleichzeitig ist der Hashprice – ein entscheidender Indikator zur Schätzung der erwarteten täglichen Einnahmen pro Hashrate-Einheit – auf unter 30 US-Dollar pro PH/s gefallen.
Auf der anderen Seite ist die Bruttomarge von Bitdeer im vierten Quartal des letzten Jahres deutlich von 7,4 % im Vorjahr auf 4,7 % gefallen. Angesichts steigender Kosten und sinkender Erträge steht die Cash-Flow-Position der Miner unter Druck, und die Veräußerung von Vermögenswerten zur Aufrechterhaltung der betrieblichen Flexibilität wird zur realistischen Option.
In Bezug auf die oben genannten Nachrichten äußerte der Gründer und Vorsitzende von Bitdeer, Wu Jihan, auf der Social-Media-Plattform X: „Derzeit keine Bitcoins zu halten, bedeutet nicht, dass es in Zukunft so bleibt. Danke für die Aufmerksamkeit.“
Jetzt hält man keine Bitcoins mehr, bedeutet aber nicht, dass es in Zukunft so bleibt. Danke für die Aufmerksamkeit. https://t.co/Fv2G8bdA8f
— Jihan Wu (@JihanWu) 22. Februar 2026
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