
Der Gründer von SoftBank, Masayoshi Son, hat am 23. Juni in einer Aktionärsversammlung für das Telekommunikationsgeschäft unter SoftBank Japan öffentlich die von Elon Musk geäußerte Idee zurückgewiesen, Rechenzentren im Weltraum zu bauen. Son sagte, dass Stromkosten bei den gesamten Betriebskosten eines Rechenzentrums nur einen kleinen Teil ausmachten; der eigentliche Großteil seien Ausgaben für Hardware wie KI-Chips. Das Einsparen von Stromkosten reiche nicht als Motivation im Vergleich zu Transport- und Logistikkosten für Raketenstarts, Kosten für die Wartung im Orbit sowie der unvermeidlichen Kommunikationslatenz, die durch die Signallaufzeit zwischen Raum und Erde entsteht.
Sons Kostenerwägungen: Vergleich zwischen Stromkosten, Raketenstartkosten und Kommunikationslatenz
Sons Gegenargumentierung setzt bei der Kostenstruktur an. Der Vorteil von Weltraum-Rechenzentren, der am häufigsten genannt wird, ist das „Einsparen von Stromkosten“ – ohne terrestrisches Stromnetz könnte man theoretisch dauerhaft mit Solarenergie versorgen. Sones Einwand: Stromkosten seien nur ein kleiner Teil der gesamten Betriebskosten, während Ausgaben für Hardware wie KI-Chips die größten Kosten verursachten.
Daher fehle die ausreichende Motivation, die durch Stromkosten eingesparte Ersparnis gegen die folgenden drei weltraumspezifischen Kosten aufzuwiegen: die Transportkosten für Raketenstarts, die Kosten für die Wartung im Orbit sowie die Kommunikationslatenz (die physikalischen Grenzen der Signallaufzeit hin und zurück zwischen Weltraum und Erde lassen sich nicht überwinden).
Zeitpunkt-Theorie: Sons Rahmen „In den kommenden Jahren ist es weitaus wichtiger als nach mehr als zehn Jahren“
Sons Argument zielt nicht darauf ab, die technische Umsetzbarkeit von Weltraum-Rechenzentren zu verneinen, sondern betont den Zeitpunkt. Er weist darauf hin, dass Weltraum-Rechenzentren selbst bei technischer Machbarkeit eine Zeitachse von über zehn Jahren hätten; der Wettbewerb um KI-Rechenleistung werde jedoch jetzt, in diesem Moment, entschieden.
Der Logik, die er wiederholt hervorhebt, zufolge gilt: „Der Gewinner ist, wer zuerst dran ist“ – in diesem Wettbewerb ist die aktuelle Bereitstellung von Rechenleistung wichtiger als jede langfristige technische Route.
SoftBank-Zusage für Rechenleistungsinvestitionen: OpenAIs Star Gate, 75 Milliarden Euro in Frankreich
Das Ausmaß der Rechenleistungsinvestitionen von SoftBank auf der Erde erklärt die realistische Logik, weshalb Son die Weltraum-Option zurückweist:
· SoftBank hat zugesagt, rund 65 Milliarden US-Dollar in OpenAIs Star Gate-Plan zu investieren;
· Im Mai 2026 wurde bekannt gegeben, dass in Frankreich bis zu 75 Milliarden Euro investiert werden sollen (in der ersten Phase sollen 45 Milliarden Euro für den Bau einer Kapazität von 3,1 GW eingesetzt werden; Fertigstellung voraussichtlich bis 2031, als Standorte sind unter anderem Dünkirchen, Bouc h e r e l und B u s s e t angegeben);
· Der Super-KI-Rechenzentrumspark in Ohio mit 500 Milliarden US-Dollar, mit dem Ziel einer Kapazität von 10 GW.
Widerstand an der Erdseite durch Bürgermeister aus 40 Städten: Fallbeispiel Melbourne und Daten zur Netzbelastung
Genau in dem Moment, in dem Son „die Erde zuerst“ ausrief, erfährt die Expansion von Rechenzentren auf der Erde ebenfalls Gegenwind. Bürgermeister von 40 Städten kamen zu einem Konsens und arbeiten zusammen, um die schnelle Expansion von Rechenzentren zu bremsen, damit sich die Auswirkungen auf das Stromnetz, die Wasserversorgung und das Gemeinwesen in Grenzen halten. London und Phoenix gehören ebenfalls zu den betroffenen Städten. Melbournes Bürgermeister Reece lieferte konkrete Daten: In Melbourne sind derzeit etwa 50 große Rechenzentren im Betrieb; bis 2030 sollen sie etwa 10% des lokalen Strombedarfs ausmachen, bis 2040 20%.
Seine Metapher lautet: „Rechenzentren sind seit der Verbreitung von Klimaanlagen in den 1950er-Jahren das größte Ding, das das Stromnetz belastet – die Verbreitung von Klimaanlagen dauerte Jahrzehnte, aber das passiert hier in nur wenigen Jahren.“
Häufige Fragen
Hat Masayoshi Son die technische Umsetzbarkeit von Weltraum-Rechenzentren vollständig ausgeschlossen?
Laut Berichten verneinte Son nicht die technische Machbarkeit von Weltraum-Rechenzentren an sich, sondern deren Notwendigkeit „jetzt“. Er sagte, dass die Weltraum-Route „erst nach mehr als zehn Jahren“ möglich sein könnte, und betonte, dass der Ausgang des KI-Wettbewerbs in den nächsten Jahren entschieden werde – nicht in einer fernen Zukunft. Er beschrieb Musk als „herausragenden Treiber des Wandels“, wobei seine Tonalität dessen Vision bejahte, aber dessen Einschätzung des Zeitpunkts ablehnte.
Warum investiert SoftBank so massiv in Rechenleistung auf der Erde?
Laut Berichten hat SoftBank bereits Zusagen für Investitionen in Rechenleistung an der Erdseite in Projekte wie OpenAIs Star Gate, Frankreich und Ohio gemacht – in der Größenordnung von mehreren hundert Milliarden US-Dollar. Sons Logik: In dem Wettbewerb um KI-Rechenleistung gilt „wer zuerst dran ist gewinnt“, und die Bauzyklen an der Erdseite seien deutlich kürzer als im Weltraum, wodurch man in dem Wettbewerb bereits jetzt einen Vorsprung sichern kann.
Begrenzen 40 Städte die Expansion von Rechenzentren und beeinflusst das Sons Erd-Strategie?
Laut Berichten stellten sich Son und Musk dieser Frage gemeinsam, doch es wurde kaum öffentlich darüber diskutiert. Egal, wo die Rechenleistung aufgebaut wird, werden Energie, Kühlung und Infrastruktur benötigt. Die Netzbelastungsdaten von Städten wie Melbourne sind eine der realen Einschränkungen, denen sich die Expansion von Rechenleistung an der Erdseite gegenübersieht.