MicroStrategy, der größte börsliche Bitcoin-Inhaber, bestätigte, dass es diese Woche Anleihen gekauft hat, statt Bitcoin, nachdem Executive Chairman Michael Saylor auf X gepostet hatte: „Diese Woche haben wir Anleihen gekauft, nicht bitcoin. Der BitVac ist am Laden.“ Das Unternehmen hält 843.738 BTC im Wert von ungefähr 65,25 Milliarden US-Dollar, erworben für insgesamt rund 63,88 Milliarden US-Dollar als Kostenbasis. Die Pause folgt auf Monate nahezu wöchentlicher Aufstockungen, die die Bestände von rund 600.000 BTC Ende 2025 auf den aktuellen Stapel ausgeweitet haben. Dieser Wandel signalisiert eine gezielte Umstellung auf das Management der Bilanzstruktur statt auf eine reine Aufstockung.
Kapitalallokations-Shift und Rückkauf von Anleihen
Unternehmensanmeldungen zeigen, dass MicroStrategy plant, rund 1,5 Milliarden US-Dollar an Nennwert seiner 0%-konvertiblen Senior Notes mit Fälligkeit 2029 zurückzukaufen, für etwa 1,38 Milliarden US-Dollar in bar. Der Anleiherückkauf zielt auf Notes mit einem 0%-Kupon ab, was bedeutet, dass das Unternehmen eine Verbindlichkeit abbaut und gleichzeitig seinen gesamten Bitcoin-Bestand beibehält. In diesem Jahr führte MicroStrategy seine größte Einzelwochen-Akquisition von 2026 durch und kaufte 22.337 BTC für 1,57 Milliarden US-Dollar über Verkäufe von Vorzugsaktien.
Saylor öffnet die Tür zu potenziellen Bitcoin-Verkäufen
Tage vor der Ankündigung der Anleihen sagte Saylor in einem Interview, es sei „nicht unwahrscheinlich“, dass MicroStrategy vor Ende 2026 einige Bitcoin verkaufen könnte. Er argumentierte, dass Modelle, die sich nur auf Eigenkapital, Kredit oder Bitcoin stützen, im Vergleich zu einem flexibleren Ansatz zur Kapitalallokation schlechter abschnitten. Der Kommentar markierte eine bemerkenswerte Änderung in der Rhetorik einer Person, die weithin als Bitcoin-Maximalist gilt. Für ein Unternehmen, das mehr als 3,4% des gedeckelten Bitcoin-Angebots hält, würden bereits einzelne Veräußerungen erhebliche Marktauswirkungen haben.
Marktreaktion
Die MSTR-Aktie fiel letzte Woche um mehr als 5%, da Anleger das doppelte Signal von pausierter Aufstockung und möglichen Verkäufen einordneten. Die nicht realisierten Gewinne bleiben auf Basis der aktuellen Bitcoin-Preise positiv, aber die Lücke zwischen Kostenbasis und Marktwert ist enger geworden. Mehrere Institutionen kürzten in den letzten Quartalen ihre MicroStrategy-Exponierung, nachdem regulierte Spot-ETFs einen direkteren Weg zu Bitcoin boten.
Branchenperspektive
Krypto-Analysten bewerteten den Anleihenrückkauf als bullish für das MSTR-Eigenkapital und verwiesen darauf, dass die Rückzahlung konvertibler Schulden das Verwässerungsrisiko senkt und die Bilanz vor künftigen Bitcoin-Akquisitionen stärkt.
Was als Nächstes kommt
Die nächste wöchentliche Offenlegung von MicroStrategy wird zeigen, ob die Pause über nur eine Woche hinausgeht. Der 42/42-Kapitalplan des Unternehmens bleibt aktiv, und Saylor's „BitVac ist am Laden“-Kommentar deutet darauf hin, dass die Aufstockung wieder aufgenommen werden könnte, sobald die Umschuldung abgeschlossen ist.