Das Wall Street Journal berichtete am 25. Juni, dass iranische Unternehmen seit 2019 laut einer Analyse der Blockchain-Intelligence-Firma TRM Labs über 3,84 Milliarden US-Dollar über die Kryptobörse CoinEx transferiert haben, wobei die Gelder letztlich in Wallets landeten, die mit der iranischen Zentralbank und der heimischen Börse Nobitex verbunden sind.
Geldfluss-Pfad: Iranische Zentralbank → Nobitex → CoinEx, Spitzenjahresvolumen 763 Millionen US-Dollar
Laut dem Wall Street Journal verlief der Geldfluss wie folgt: Wallets der iranischen Zentralbank, die unter anderem USDT-Stablecoins enthielten, flossen über mehrere Zwischenkanäle ab; die größte iranische heimische Kryptobörse Nobitex fungierte als Geldeingang; CoinEx wiederum wurde zum Ausgang in den globalen Markt. Auf dem Höhepunkt des Handelsvolumens erreichten die Transaktionen zwischen Nobitex und CoinEx innerhalb eines Jahres 763 Millionen US-Dollar.
Bis 2024 war CoinEx zum größten ausländischen Handelspartner von Nobitex geworden und löste damit Binance ab, das sich zuvor aus dem Handel mit Nobitex zurückgezogen hatte, nachdem es seine Sanktions-Compliance-Kontrollen verschärft hatte.
On-Chain-Verbindung zwischen Nordkoreas Bybit-Hack und Wallets der iranischen Zentralbank
Der Bericht enthüllt, dass verdächtige Transaktionen, die Anfang dieses Jahres mit zwei von der iranischen Zentralbank kontrollierten digitalen Wallets in Verbindung standen, ihre Herkunft auf die 1,5 Milliarden US-Dollar zurückführen lassen, die nordkoreanische Hacker von Bybit gestohlen hatten. Nachdem die Gelder die Wallets der iranischen Zentralbank erreicht hatten, durchliefen sie ein komplexes Transaktionslabyrinth und landeten schließlich bei CoinEx.
Die von TRM Labs verfolgten Kryptoströme stehen mit über 60 iranischen Unternehmen in Verbindung. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass die 3,84 Milliarden US-Dollar möglicherweise nur einen Teil der Transaktionen darstellen, die sich über On-Chain-Analysen nachverfolgen lassen. Unter Berücksichtigung von Datenschutztools, Cross-Chain-Transaktionen und Peer-to-Peer-Geschäften dürfte das tatsächliche Volumen der iranischen Geldflüsse deutlich höher liegen.
US-Sanktionszeitlinie zu Nobitex: 2. Juni 2026 – Verbindung zu den IRGC
Am 2. Juni 2026 verhängten die US-Behörden Sanktionen gegen Nobitex, da die Börse Verbindungen zu mehreren Unternehmen, darunter die Islamischen Revolutionsgarden Irans (IRGC), aufwies. CoinEx wurde 2017 von Yang Haipo gegründet und hat seinen Sitz auf den Seychellen; über einen Zeitraum von sieben Jahren (2019 bis 2026) soll die Börse Transaktionen im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar abgewickelt haben, bevor sie erst nach Veröffentlichung des entsprechenden Berichts eine Verschärfung der KYC-Prozesse ankündigte.
Häufig gestellte Fragen
Stellen die von TRM Labs verfolgten 3,84 Milliarden US-Dollar das gesamte Transaktionsvolumen iranischer Unternehmen dar?
Wie die Analyse im Wall Street Journal erläutert, könnte diese Zahl nur den Teil abbilden, der sich über On-Chain-Analysen nachverfolgen lässt. Aufgrund der weit verbreiteten Nutzung von Datenschutztools, Cross-Chain-Transaktionen und Peer-to-Peer-Geschäften ohne zentrale Börsen dürfte das tatsächliche Volumen der iranischen Geldflüsse deutlich über 3,84 Milliarden US-Dollar liegen.
Warum beendete Binance die Handelsbeziehung zu Nobitex?
Laut dem Bericht zog sich Binance nach der Einführung strengerer Sanktions-Compliance-Kontrollen aus dem Handel mit Nobitex zurück, wodurch CoinEx die Lücke füllte und bis 2024 zum größten ausländischen Handelspartner von Nobitex wurde.
Waren die von CoinEx angekündigten KYC-Verbesserungen eine proaktive oder reaktive Maßnahme?
Laut dem Bericht kündigte CoinEx die Verschärfung der KYC-Prozesse und die Einschränkung iranischer Nutzer erst nach der Veröffentlichung des Wall Street Journal-Berichts an – eine reaktive Reaktion. Zuvor hatte die Börse über einen Zeitraum von etwa sieben Jahren (von 2019 bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung 2026) Transaktionen in Milliardenhöhe abgewickelt.