Bitcoin stieg am 4. Mai über 80.000 US-Dollar und wurde laut CoinDesk von einem Short Squeeze in Krypto-Derivaten getrieben. Der Kursanstieg führte zu rund 370 Millionen US-Dollar an Liquidationen innerhalb von 24 Stunden, darunter etwa 301,9 Millionen US-Dollar aus Short-Positionen, wie CoinGlass berichtet, ein Anbieter von Krypto-Marktdaten. Bitcoin erreichte kurzzeitig 80.594 US-Dollar, den höchsten Stand seit dem 31. Januar, bevor es auf ungefähr 79.851 US-Dollar zurückfiel.
Marktentwicklung
Auch andere große Tokens legten parallel zu Bitcoin zu. Ether stieg um 2,3%, während XRP, BNB, Solana und Dogecoin ebenfalls Gewinne verzeichneten.
Funktionsweise des Short Squeeze
Ein Großteil des Short-Interesses, das die Rally befeuerte, kam nicht aus einfachen bärischen Wetten. Institutionelles Hedging spielte eine große Rolle: BTC-Perpetual-Futures – Krypto-Derivate, mit denen Trader auf den Bitcoin-Preis setzen können, ohne dass ein Verfallsdatum existiert – wiesen für 46 Tage in Folge bis zum 15. April 2026 eine negative 30-Tage-Durchschnitts-Funding-Rate auf. Einige Positionen saßen in marktneutralen Trades, darunter Hedging gegen Bitcoin-Miner-Aktien oder Pair Trades, die an MicroStrategy (MSTR) und seine Vorzugsaktien (STRC) gekoppelt sind. Anspruchsvolle Trader nutzen Derivate zunehmend sowohl zur Risikosteuerung als auch zur Umsetzung von Preisansichten.
ETF-Zuflüsse und Marktstruktur
ETF-Zuflüsse können das Angebot verknappen und die Handelsmuster bei Bitcoin verändern. In den letzten fünf Tagen im April nahmen US-Spot-Bitcoin-ETFs schätzungsweise 19.000 BTC auf – deutlich mehr als die ungefähr 450 BTC, die pro Tag abgebaut werden. Ein größerer Teil dieses Kaufs stammte von längerfristigen Allokatoren. Laut der Analyse von CoinShares für das 3. Quartal 2025 hielten Anlageberater 57% der institutionell gemeldeten Bitcoin-ETF-Positionen in 13F-Meldungen, einer quartalsweisen US-Regulierungsakte, die bestimmte Aktienbestände offenlegt. CoinShares berichtete zudem über mehr Engagement bei einigen Universitäts-Stiftungen, darunter Harvard und Emory, sowie über erstmals gemeldeten Besitz durch Al Warda in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die durchschnittliche Portfolio-Allokation unter den meldenden Investoren lag weiterhin unter 1%.