
Die Korea Financial Services Commission (FSC) gab am 23. Juni in der von dem stellvertretenden Vorsitzenden Kwon Dae-young geleiteten „Sitzung zur Überprüfung von Innovationen bei Kapitalmarkt-Infrastrukturen“ bekannt, dass der detaillierte Fahrplan zur Verkürzung des Aktien-Abwicklungszyklus vor dem 10. Monat veröffentlicht wird. Ziel ist es, die Gutschriftzeit der Verkaufserlöse von derzeit T+2 auf T+1 (am ersten Werktag) zu verkürzen. Die Korea Exchange (KRX) wird die Handelszeiten im September verlängern.
Politische Erläuterungen des FSC-Vizevorsitzenden: Ziele der T+1-Reform und Zeitplan für den Fahrplan
Laut den Ausführungen von FSC-Vizevorsitzendem Kwon Dae-young in der Sitzung lauten die politischen Erläuterungen zur Verkürzung der Abwicklungszyklen wie folgt: „Die Verkürzung des Abwicklungszyklus ist eine zentrale Reformaufgabe. Sie kann das Risiko zwischen Handel und Abwicklung senken, die während der Wartezeit für die Abwicklung gebundenen Liquiditätsmittel freisetzen und dadurch die Markteffizienz verbessern. Wir werden vor dem 10. Monat einen detaillierten Fahrplan erarbeiten, um die Umsetzbarkeit der Politik besser vorhersagbar zu machen.“
Er fügte außerdem hinzu: „In der Vergangenheit hatten Märkte mit höheren Renditechancen Vorteile. Heute sind jedoch die Geschwindigkeit und der Komfort von Handel und Abwicklung sowie die Anzahl der zugänglichen Anlageklassen wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Marktes.“
KSD-Pilotprojekt und Task Force: Fortschritt bei den Infrastrukturvorbereitungen für T+1
Laut der FSC-Mitteilung läuft die Infrastrukturvorbereitung für T+1 wie folgt ab:
Pilotprojekt der Korea Securities Depository (KSD): Die KSD testet den Aufbau von Abwicklungsinfrastrukturen für den außerbörslichen Handel mit nicht notierten Aktien und Bruchteilsinvestitionen. Ziel ist es, die Abwicklung innerhalb von T+1 Tagen abzuschließen; der Abschluss des Pilotprojekts ist für Ende 2026 geplant.
Task Force zur Verkürzung des Abwicklungszyklus: Bestehend aus KRX, KSD und dem Korea Financial Investment Association. Die Task Force hat die Aufgabe, bis einschließlich Oktober 2026 die erforderlichen Voraussetzungen für die Verkürzung des Abwicklungszyklus vorzulegen und außerdem einen detaillierten Fahrplan auszuarbeiten.
Kwon Dae-young kommentierte das KSD-Pilotprojekt: „Das wird ein sinnvoller Ausgangspunkt sein, um Abwicklungsinnovationen in einer unabhängigen Umgebung, getrennt von den bestehenden Clearing- und Abwicklungsinfrastrukturen, vorab zu testen.“
Weitere Maßnahmen zur Reform des Kapitalmarkts, die in derselben Diskussion erörtert wurden
Laut dem Sitzungsprotokoll der FSC wurden neben der T+1-Abwicklung auch die folgenden bereits angekündigten Pläne besprochen:
Zeitplan zur Verlängerung der Handelszeiten der KRX
Pre-Market-After-Hours-Handel: Start am 14. September 2026
Pre-Market-Handel: Einführung bis Ende 2027
KI-basierte Marktüberwachung: In der Sitzung wurde die Einführung eines KI-basierten Marktrangiersystems für die Marktüberwachung diskutiert, einschließlich des Aufbaus eines Überwachungsrahmens zur Erkennung neuer Arten von anomalen Handelsaktivitäten und Anzeichen unfairer Geschäfte.
Anlegerschutz: Kwon Dae-young sagte: „Wenn nicht sichergestellt werden kann, dass Marktstabilität und Vertrauen gewährleistet sind, dann ist Innovation wie eine Sandburg.“ Er forderte die Zusammenarbeit der zuständigen Institutionen und Branchenverbände, um neue Risiken zu bewältigen, die sich aus der Verbreitung von KI und Veränderungen der Marktstruktur ergeben.
Häufige Fragen
Ist die Veröffentlichung des Fahrplans im Oktober gleichbedeutend mit einer bereits fest bestätigten Umsetzung der T+1-Abwicklung?
Nein. Die FSC kündigte an, dass sie vor dem 10. Monat „den detaillierten Fahrplan ausarbeitet und veröffentlicht“. Gleichzeitig muss die Task Force ebenfalls vor dem 10. Monat die „Voraussetzungen“ vorlegen, die für die Umsetzung erforderlich sind. Das bedeutet, dass die Voraussetzungen auf technischer und regulatorischer Ebene noch geklärt werden müssen. Ein konkretes Umsetzungsdatum für T+1 wurde bis zum Zeitpunkt der Sitzung vom 23. Juni 2026 nicht veröffentlicht.
Wie funktioniert das derzeitige T+2-Abwicklungssystem in Korea konkret?
Das derzeitige Abwicklungssystem für Aktien in Korea ist T+2, d. h. dass Auszahlungen erst am zweiten Werktag nach dem Handel abgerufen werden können (z. B.: Montag verkauft, frühestens Mittwoch gutgeschrieben). Das Ziel von T+1 ist es, auf den ersten Werktag zu verkürzen (z. B.: Montag verkauft, Dienstag gutgeschrieben) – identisch mit dem in den USA bereits seit 2024 umgesetzten T+1-System.
Worin liegt der Unterschied zwischen dem T+1-Pilotprojekt von KSD und der T+1-Reform für den gesamten Markt?
Das KSD-Pilotprojekt richtet sich auf den außerbörslichen Handel mit nicht notierten Aktien und Bruchteilsinvestitionen. Es handelt sich dabei um eine unabhängige Testumgebung außerhalb der bestehenden Clearing- und Abwicklungsinfrastrukturen, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Die T+1-Reform für den gesamten Markt richtet sich auf an der KRX notierte Aktien und ist Teil eines anderen, umfassenderen Plans. Der detaillierte Fahrplan wird erst im Oktober veröffentlicht.